Spannung vor Parteitag
Die Linke steht vor einem Parteitag, bei dem die personelle Weichenstellung im Vordergrund steht. Mit dem angekündigten Rückzug von Co-Chef Jan van Aken und der Kandidatur von Fraktionsvize Luigi Pantisano für den Parteivorsitz zeichnet sich ein offener Machtkampf ab. Schwerdtner äußerte sich dazu positiv: „Ich habe im vergangenen Jahr im Bundestag sehr vertrauensvoll und sehr gut mit Luigi Pantisano zusammengearbeitet. Ich habe mich über dessen Bereitschaft zur Nachfolge aufrichtig gefreut.“
Opposition oder Regierungsverantwortung?
Auch eine mögliche Abwahl Schwerdtners schließt sie nicht aus: „Die kann es geben. Das wäre nicht schlimm, Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Eine weitere Zerreißprobe für die Partei könnte die historische Richtungsdebatte über eine reine Oppositionsrolle oder die Anstrebung von Regierungsbündnissen werden. Während früher Sahra Wagenknecht diese Debatten prägte, sind es nun vor allem junge Neumitglieder, die für neue Impulse sorgen. Schwerdtners Marschrichtung ist klar: „Unsere Losung lautet: Alle wollen regieren, wir wollen verändern.“ Dies könne je nach Bundesland unterschiedliche Formen annehmen, von Regierungsbeteiligung bis hin zur Opposition, wie im Berliner Fall, wo das Amt der Regierenden Bürgermeisterin angestrebt wird.
Soziale Kernfragen im Fokus
Inhaltlich will Schwerdtner die Partei auf soziale Kernfragen einschwören. Sie verwies auf Erfolge der Mietenkampagne und sieht die Linke in der Pflicht, als linkes Ventil gegen die Bundesregierung zu agieren. Es sei die Aufgabe der Partei, Protest zu organisieren und sinnvolle Alternativen anzubieten, um eine Abwanderung unzufriedener Wähler zu den politischen Rechten zu verhindern. Die politische Lage im Land sei ernst und erfordere ein gemeinsames und verantwortungsvolles Vorgehen.



