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Pflegeversicherung: Kinderlose könnten stärker zahlen

Wirtschaftsweiser warnt vor frühzeitiger Belastung erwachsener Kinder mit Pflegekosten

Wirtschaftsweiser warnt vor frühzeitiger Belastung erwachsener Kinder mit Pflegekosten

Martin Werding (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der von der Bundesregierung benannte Wirtschaftsweise Martin Werding äußert Bedenken gegenüber dem Vorschlag des Unionsfraktionsvize Albert Stegemann, erwachsene Kinder früher für die Pflege ihrer Eltern heranzuziehen. Stattdessen plädiert er für eine Anhebung des Zuschlags für Kinderlose in der Pflegeversicherung.

Vorschlag der Union in der Kritik

Albert Stegemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, hat gefordert, dass erwachsene Kinder stärker zur Kasse gebeten werden sollen, wenn ihre Eltern Pflege benötigen. Der Ansatz stößt bei Experten auf Ablehnung.

Werdings Bedenken

Martin Werding, Wirtschaftsweise und Ökonom aus Bochum, warnt davor, bereits jetzt die finanzielle Belastung auf die Kinder zu verlagern. In seiner Einschätzung übernehmen viele von ihnen bereits heute einen erheblichen Teil der Pflege im familiären Umfeld und entlasten damit die gesetzliche Pflegeversicherung.

Gefahr für den Sozialhilfebezug

Werding befürchtet, dass ein solcher Schritt Senior*innen davon abhalten könnte, Sozialleistungen zu beantragen. In den vergangenen Jahren sei die Haftung der Kinder für Sozialhilfe bewusst auf ein symbolisches Maß begrenzt worden, was laut Werding verdeckte Altersarmut wirksam begrenzt habe.

Alternative: Zuschlag für Kinderlose erhöhen

Statt die Kinder stärker zu belasten, empfiehlt der Wirtschaftsweise, den Zuschlag für kinderlose Versicherte in der Pflegeversicherung zu erhöhen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prüft bereits, den Beitrag von 0,6 % auf 0,7 % zu steigern – ein Schritt, der nach Meinung Werdings weiter ausgebaut werden könnte.

Ausblick

Die Debatte um die Finanzierung der Pflege bleibt angespannt. Während die Union einen stärker kindbezogenen Ansatz diskutiert, setzen Experten auf breitere Finanzierungsquellen, um die Belastungen für Familien zu vermeiden.

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Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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