Grimm sieht düsteren Ausblick für Deutschland

Wirtschaftsweise warnt: Stagnation möglich

Wirtschaftsweise warnt: Stagnation möglich

Veronika Grimm (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Öl-Krise birgt laut Wirtschaftsweise Veronika Grimm ernste Risiken für die deutsche Wirtschaft. Sie hält eine Stagnation nicht für ausgeschlossen und warnt, die negativen Auswirkungen des sich ausweitenden Iran-Konflikts zu unterschätzen. Die Folgen könnten länger spürbar sein als gedacht, und die aktuelle Stimmung in Deutschland erscheint Grimm als zu optimistisch.

Dunkle Wolken über dem Aufschwung

Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland könnte ausbleiben. Wirtschaftsweise Veronika Grimm äußert im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ Bedenken hinsichtlich der aktuellen Wachstumsprognosen der Forschungsinstitute. „Die Institute halbieren ihre Wachstumsprognose und erwarten nur noch 0,6 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland für 2026. Ich halte das für optimistisch“, sagte Grimm.

Besonders die anhaltende Öl-Krise und die Eskalation im Iran belasten die Weltwirtschaft erheblich. „Ein Szenario, in dem der Aufschwung ganz ausfällt und wir in der Stagnation landen, halte ich aber nicht für unwahrscheinlich“, so die Ökonomin.

Iran-Krieg trifft Weltwirtschaft hart

Grimm betont, dass die Auswirkungen des Krieges im Iran deutlich gravierender sind, als viele wahrhaben wollen. „Die Auswirkungen werden länger spürbar sein, als es zunächst erwartet wurde.“ Die Stimmung in Deutschland sei in dieser Hinsicht „noch sehr optimistisch“.

Besonders die Transportwege für Öl und Flüssiggas (LNG) über die Straße von Hormus sind laut Grimm stark betroffen. „20 Prozent des Öls und Flüssiggas (LNG) sowie ein Drittel der Düngemitteltransporte gehen durch die Straße von Hormus.“ Hinzu komme die Zerstörung von Förderanlagen, deren Reparatur Jahre dauern werde. „Dazu braucht es ja alle drei Kriegsparteien“, mahnte sie im Hinblick auf die Schwierigkeit, den Konflikt zu beenden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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