Wadephul kontert Weidels Gas-Behauptungen
Der CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul hat scharfe Kritik an den Aussagen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel bezüglich der deutschen Gaslieferungen an die Ukraine geübt. Weidel hatte am Montag behauptet, „die Gasspeicher in Deutschland sind fast leer, trotzdem hat sich Merz entschieden, das verbliebene Gas in die Ukraine zu leiten.“ Dies sei eine „gezielte Lüge“, so Wadephul gegenüber der „Bild“-Zeitung.
„Wir liefern kein deutsches Gas aus unseren Gasspeichern an die Ukraine – und das Gas in Deutschland ist auch nicht knapp“, betonte Wadephul. Er fügte hinzu: „Es ist schamlos, wie dreist Frau Weidel die Deutschen hier belügt.“ Der Minister warf der AfD vor, „systematisch prorussische Propaganda“ zu verbreiten und bekräftigte die Unterstützung für die Ukraine: „Wir unterstützen die Ukraine entschlossen in ihrem Freiheitskampf gegen Russlands Aggression.“
Keine staatlich finanzierten Gaslieferungen in die Ukraine
Auch das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte auf Anfrage des Blattes, dass die Bundesregierung keine Gaslieferungen an die Ukraine finanziere oder koordiniere. Die auf dem Markt stattfindenden Gasströme seien „normale Warenströme der Privatwirtschaft“. Die Formulierung „Deutschland liefert“ sei daher irreführend.
Die deutschen Gasspeicher sind laut Bundesnetzagentur aktuell zu 20,67 Prozent gefüllt. Diese Füllstände liegen seit Mitte September unter den Werten der Vorjahre. Die Behörde weist jedoch darauf hin, dass sich die Versorgungslage durch neue Importmöglichkeiten wie Pipelines aus Norwegen und LNG-Terminals verändert habe.
