Die Sperrung gilt von Freitag, 20. März 2026, etwa 20 Uhr, bis Montag, 23. März 2026, etwa 5 Uhr. In dieser Zeit können Fahrzeuge den betroffenen Abschnitt nicht befahren. Die Gegenrichtung nach München bleibt hingegen weiterhin geöffnet.
Vorbereitung für den neuen Albaufstieg
Hintergrund der Sperrung sind umfangreiche Arbeiten zur Vorbereitung des geplanten Ausbaus des A8-Albaufstiegs. Wie die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südwest, mitteilt, werden während der Sperrung mehrere Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt.
Dazu gehören insbesondere Baumfällarbeiten am Drackensteiner Hang, dem bisherigen Albabstieg der A8. Diese Arbeiten sind notwendig, um die Baustelle für den späteren Ausbau vorzubereiten. Gleichzeitig dienen sie auch dem Artenschutz, da vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten mögliche Lebensräume von Tieren gesichert werden müssen.
Neben den Fällarbeiten sind auch umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen an der bestehenden Abstiegstrasse vorgesehen.
Auch Anschlussstellen und Rastanlage betroffen
Während der Vollsperrung sind mehrere Anschlussstellen auf der Strecke nicht erreichbar. Betroffen sind:
- Anschlussstelle Merklingen
- Anschlussstelle Hohenstadt
Beide bleiben während der Sperrung in Fahrtrichtung Stuttgart/Karlsruhe geschlossen.
Auch die Tank- und Rastanlage Aichen wird geschlossen. Sie ist bereits am Freitag, 20. März, ab etwa 16 Uhr nicht mehr erreichbar und bleibt bis zum Ende der Vollsperrung am Montag, 23. März, etwa 5 Uhr dicht.
Darüber hinaus werden sämtliche Parkplätze zwischen den Anschlussstellen Ulm-West und Mühlhausen bereits ab Mittwoch, 18. März, gegen 15 Uhr gesperrt.
K1447 ebenfalls über mehrere Tage gesperrt
Nicht nur die Autobahn selbst ist betroffen. Auch die Kreisstraße K1447 im Bereich Drackensteiner Straße wird gesperrt.
Diese Sperrung beginnt bereits am 16. März gegen 8 Uhr und dauert bis 27. März gegen 16 Uhr an.
Für diese Strecke wird eine Umleitung über Wiesensteig und Mühlhausen im Täle eingerichtet.
Mehrere Umleitungen für den Verkehr
Damit der Verkehr während der Sperrung möglichst reibungslos umgeleitet werden kann, wurde ein umfangreiches Umleitungskonzept erarbeitet.
Fernverkehr Richtung Mannheim und Heilbronn
Autofahrer sollen bereits frühzeitig ausweichen:
- ab Autobahnkreuz Ulm/Elchingen
- über die A7
- anschließend über die A6
Verkehr Richtung Stuttgart und Karlsruhe
Für Fahrzeuge, die in Richtung Stuttgart unterwegs sind, wird folgende Strecke empfohlen:
- ab Anschlussstelle Ulm-West
- über Geislingen an der Steige und Göppingen
- über B10 und B313
- bis zur Anschlussstelle Wendlingen
Lokaler Verkehr
Für regionale Autofahrer gilt eine eigene Umleitung:
- ab Ulm-West über B10 und B466
- zur Anschlussstelle Mühlhausen
Ortskundige Autofahrer werden gebeten, das Gebiet möglichst großräumig zu umfahren.
Warnung vor Schleichverkehr
Die Autobahn GmbH weist darauf hin, dass die Region rund um den Albtrauf eine besondere Topografie mit engen und kurvigen Straßen aufweist.
Um Verkehrschaos in kleineren Ortschaften zu vermeiden, wurde ein erweitertes Umleitungskonzept entwickelt, das den Verkehr möglichst schnell auf die vorgesehenen Ausweichstrecken führen soll.
Die Behörde appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer:
Autofahrer sollten ausschließlich den offiziellen Umleitungen folgen und Navigationssysteme während der Sperrung möglichst ausschalten, damit kein zusätzlicher Ausweichverkehr durch Wohngebiete entsteht.
Ausbau des Albaufstiegs eines der größten Autobahnprojekte
Der Ausbau des Albaufstiegs gehört zu den größten Infrastrukturprojekten im Südwesten. Der Abschnitt der A8 am Albtrauf gilt seit Jahrzehnten als verkehrstechnisch problematisch, da die Strecke steil, kurvig und stark belastet ist.
Mit dem Neubau soll die Verbindung zwischen Ulm und Stuttgart langfristig leistungsfähiger und sicherer werden.
Warum der Albaufstieg komplett neu gebaut wird
Der Abschnitt der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt gilt seit Jahrzehnten als eine der schwierigsten Autobahnstrecken Deutschlands.
Die heutige Strecke wurde zwischen 1936 und 1942 gebaut. Wegen der schwierigen Topografie am Albtrauf mussten die Richtungsfahrbahnen getrennt angelegt werden.
Die beiden Trassen liegen teilweise bis zu zwei Kilometer auseinander und überwinden auf rund 12 Kilometern eine Höhendifferenz von etwa 230 Metern.
Die alte Strecke hat zudem:
- nur zwei Fahrstreifen
- keinen Standstreifen
- eine Steigung von bis zu 6,3 Prozent
Diese Kombination führt regelmäßig zu Staus und gefährlichen Situationen, besonders bei Lkw.
Neue Strecke wird kürzer und deutlich flacher
Mit dem Neubau soll der Albaufstieg komplett modernisiert werden.
Die wichtigsten Eckdaten des Projekts:
Gesamtlänge der neuen Strecke:
ca. 7,6 Kilometer – also 3,8 Kilometer kürzer als die bisherige Strecke.
Steigung:
maximal 3,5 Prozent statt bisher 6,3 Prozent.
Ausbau:
drei Fahrstreifen pro Richtung plus Standstreifen.
Zwei Tunnel und zwei große Brücken
Für die neue Trasse entstehen mehrere große Bauwerke.
Neue Tunnel
- Tunnel Himmelsschleife – ca. 1.200 Meter
- Tunnel Drackenstein – ca. 1.700 Meter
Neue Brücken
- Filstalbrücke – etwa 800 Meter lang
- Gosbachtalbrücke – etwa 470 Meter lang
Die Gosbachtalbrücke wird dabei rund 70 Meter über dem Talgrund verlaufen.
Alte Strecke wird teilweise Radweg
Mit dem Neubau verändert sich auch die Nutzung der bisherigen Autobahn.
Ein Teil der alten Strecke wird zurückgebaut, entsiegelt und begrünt.
Die bisherige Aufstiegsstrecke soll künftig als Landesstraße mit Gegenverkehr erhalten bleiben und bei Bedarf auch als Ausweichstrecke dienen.
Die alte Abfahrtsstrecke Richtung Stuttgart bekommt dagegen eine völlig neue Nutzung:
Sie soll zu einem Landesradweg umgebaut werden – ein neues touristisches Highlight auf der Schwäbischen Alb.
Eine der letzten Lücken der A8
Der Neubau des Albaufstiegs schließt eine der letzten großen Lücken im sechsstreifigen Ausbau der A8 zwischen Karlsruhe und München.
Ziel des Projekts ist:
- mehr Verkehrssicherheit
- weniger Staus
- weniger Lärm
- geringere Emissionen
Damit soll die Strecke langfristig auch klimafreundlicher und leistungsfähiger werden.



