Spuren der Krise
Die Zeichen stehen auf Rot in der Gebäudereinigungsbranche. Eine interne Umfrage der Gebäudereiniger-Innung zeigt ein düsteres Bild: Zwei Drittel der Unternehmen kürzen bei der Sauberkeit ihrer Räumlichkeiten. Weniger Putzen bedeutet spürbare Einbußen. Knapp die Hälfte der Befragten verzeichnet einen Rückgang bei Kundenaufträgen.
Branchen unter Druck
Besonders die Industrie und der Büro-/Verwaltungssektor sind betroffen, wo jeweils 26 Prozent der Reinigungsleistungen reduziert werden. Dem folgt der Handel mit 21 Prozent. Doch die Sparmaßnahmen der Kunden sind nicht die einzige Hiobsbotschaft. Hohe Spritpreise setzen der dezentral organisierten Branche enorm zu – 88 Prozent leiden unter den gestiegenen Mobilitätskosten.
Personalabbau droht
Die schlechte Auftragslage zwingt bereits 29 Prozent der Reinigungsunternehmen zu betriebsbedingten Kündigungen. Für das laufende Geschäftsjahr gehen sogar 41 Prozent von weiteren Entlassungen aus. Die Stimmung ist laut Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) so schlecht wie seit Beginn der Erhebungen 2019 nicht mehr.
Politik in der Kritik
Nur 16 Prozent der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Die Hälfte rechnet mit gleichbleibenden Geschäften, während 34 Prozent mit negativen Erwartungen auf das kommende Geschäftsjahr blicken. Die Zufriedenheit mit der aktuellen Bundesregierung ist gering: Auf einer Skala von 1 bis 10 erreicht sie nur 3,7 Punkte. Kritisiert wird vor allem die mangelnde Geschwindigkeit bei Reformen der Sozialversicherungssysteme. „Das Herzstück liegt in der strukturellen Reform der Sozialversicherungssysteme. Von diesem Gelingen hängt die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts entscheidend ab“, mahnt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich.



