Krise zwingt zum Umdenken
Die Bundesregierung muss sich auf turbulente Zeiten einstellen. Angesichts der gravierenden Auswirkungen der Energiekrise auf die Wirtschaft schließt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) eine Haushaltsnotlage nicht aus. „Wir müssen auf Sicht fahren, das geht in so einer Krisensituation gar nicht anders“, sagte der Minister am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Er sprach von einem „Schock für das Wirtschaftswachstum“ und betonte die Notwendigkeit, Arbeitslosigkeit zu verhindern.
Kein Tankrabatt für Fluglinien
Forderungen der Luftfahrtbranche nach einem Kerosin-Tankrabatt oder einer Aussetzung des Emissionshandels erteilte Schneider eine klare Absage. „Der Staat kann nicht alle Probleme finanziell lösen. Das würde uns überfordern“, erklärte er. Stattdessen müssten die Fluggesellschaften, insbesondere die Lufthansa, verstärkt auf nachhaltige Kraftstoffe setzen. „Da ist gerade auch bei der Lufthansa noch viel Luft“, so der Minister.
Erneuerbare Energien als Ausweg
Aus dem aktuellen Konflikt müsse die dringende Notwendigkeit des schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien gezogen werden. „Das ist die klare Reaktion auf diese internationale Krise, die die schwerste Energiekrise ist, die wir jemals hatten“, so Schneider. Er zeigte sich angesichts der Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Energiewende skeptisch und betonte: „Die Energiewende muss günstig sein, klar, aber sie muss auch beschleunigt werden.“