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Industriekonjunktur in Baden-Württemberg

Südwestindustrie: Umsatz steigt um 5,8 Prozent – 28.200 Jobs weniger

Baden-Württembergs Industrie gewinnt an Tempo: Im August legten Aufträge, Produktion und Umsatz zu. Bei der Beschäftigung bleibt die Lage jedoch angespannt.

Industriearbeiter in einer Fabrikhalle
Industriearbeiter in einer Fabrikhalle. Das Bild dient als Symbolfoto.
Foto: anon – stock.adobe.com

Umsatz und Produktion ziehen im August an

Der reale Industrieumsatz lag im August 2026 preis- und arbeitstäglich bereinigt 5,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Auslandsgeschäft wuchs um 6,8 Prozent, das Inlandsgeschäft um 4,4 Prozent. Auch gegenüber Juli stiegen die Erlöse saisonbereinigt um 3,5 Prozent.

Die Produktion erhöhte sich binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent. Damit zeigen die drei zentralen Konjunkturindikatoren – Aufträge, Produktion und Umsatz – im selben Monat nach oben. Das war im bisherigen Jahresverlauf nicht durchgehend der Fall.

Inlandsaufträge tragen die Erholung

Beim Auftragseingang steht insgesamt ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber August 2025. Dahinter steckt allerdings ein deutlicher Unterschied: Aus dem Inland kamen 11,5 Prozent mehr Bestellungen, aus dem Ausland 0,9 Prozent weniger. Im Vergleich zu Juli nahm das Bestellvolumen saisonbereinigt um 2,9 Prozent zu.

Der breitere Blick auf Januar bis August fällt ebenfalls positiv aus, aber weniger dynamisch als der einzelne August: Die Aufträge lagen 1,7 Prozent, die Produktion 0,9 Prozent und der reale Umsatz 1,8 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Zu Jahresbeginn war das Bild noch widersprüchlicher. Im Januar waren die Auftragseingänge um 2,6 Prozent gesunken, während der Umsatz um 3,6 Prozent gestiegen war. Der damalige Stand ist im insideBW-Beitrag „Südwestindustrie im Januar 2026“ dokumentiert. Der August markiert damit eine deutlich breitere Aufwärtsbewegung, auch wenn aus einem starken Monat allein noch kein dauerhaft stabiler Trend folgt.

Beschäftigung bleibt unter Vorjahresniveau

Am Arbeitsmarkt ist die Erholung noch nicht angekommen. Die Industriebetriebe im Land beschäftigten im August rund 1,118 Millionen Menschen. Das waren 28.200 Personen oder 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber Juli nahm die Beschäftigtenzahl dagegen um 5.100 beziehungsweise 0,5 Prozent zu.

Für die ersten acht Monate zusammen weist das Landesamt durchschnittlich rund 1,122 Millionen Industriebeschäftigte aus – 30.700 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Beschäftigung reagiert häufig später als Aufträge und Produktion. Die Augustdaten zeigen daher eine Stabilisierung im Monatsvergleich, aber noch keine Wende gegenüber 2025.

Was die Zahlen abbilden – und was noch offen ist

Erfasst werden Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes einschließlich Bergbau sowie Gewinnung von Steinen und Erden mit mindestens 50 Beschäftigten. Die Daten sind vorläufig. Auftrags-, Produktions- und Umsatzwerte sind für den Vorjahresvergleich preis- und arbeitstäglich bereinigt; Monatsvergleiche werden zusätzlich saisonbereinigt.

Die passenden Bundeswerte folgen erst später: Das Statistische Bundesamt will Auftragseingang und Umsatz am 6. Oktober, den Produktionsindex am 7. Oktober und die Beschäftigtenzahlen am 14. Oktober veröffentlichen. Erst dann lässt sich belastbar vergleichen, ob Baden-Württemberg stärker oder schwächer als die deutsche Industrie insgesamt abgeschnitten hat.

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