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Gesundheitsschutz im Schwarzwald

Radon in Baden-Württemberg: Diese 29 Gemeinden sind Vorsorgegebiete

In 29 Gemeinden im südlichen und mittleren Schwarzwald gelten besondere Radon-Regeln. Die LUBW erklärt, warum Karten allein nicht ausreichen und wie Bewohner ihre Räume für etwa 30 bis 50 Euro messen können.

Symbolbild eines Radon-Messgeräts in einem Kellerraum, KI-generiert
Symbolbild: Ein passives Messgerät kann die Radonkonzentration in Innenräumen über mehrere Monate erfassen. Das Bild ist KI-generiert.
Foto: KI-generiert / OpenAI

Beim Radon-Forum Baden-Württemberg beraten Fachleute am 7. und 8. Oktober 2026 in Heidelberg über Messungen, Prognosekarten und Schutzmaßnahmen. Für Bewohnerinnen und Bewohner ist die wichtigste Botschaft deutlich einfacher: Ob sich Radon in einem Gebäude ansammelt, lässt sich nicht aus einer Karte ablesen. Klarheit bringt nur eine Messung im Haus.

Warum eine Karte nicht für das einzelne Haus reicht

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas. Es kann aus dem Boden über undichte Stellen in Gebäude gelangen und sich vor allem in bodennahen Räumen anreichern. Wer über lange Zeit erhöhte Mengen einatmet, hat nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs.

Das Umweltministerium hat 29 Gemeinden im südlichen und mittleren Schwarzwald als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen. Dort wird erwartet, dass in etwa zehn von 100 Gebäuden der Referenzwert überschritten wird. Bundesweit liegt die Schätzung bei durchschnittlich drei von 100 Gebäuden. Das sind statistische Erwartungen für Gebiete – keine Diagnose für ein bestimmtes Haus. Bauweise, Nutzung und Lüftung beeinflussen die Konzentration in Innenräumen erheblich.

Diese 29 Gemeinden sind Radonvorsorgegebiete

Zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gehören Bollschweil, Horben, Münstertal, Oberried und Schluchsee. Im Landkreis Lörrach sind Aitern, Böllen, Fröhnd, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden und Zell im Wiesental ausgewiesen.

Hinzu kommen Gutach (Schwarzwaldbahn) im Ortenaukreis, Lauterbach und Schiltach im Landkreis Rottweil sowie Schonach im Schwarzwald-Baar-Kreis. Im Landkreis Waldshut sind Dachsberg, Häusern, Herrischried, Ibach, Rickenbach, St. Blasien und Todtmoos betroffen.

Auch außerhalb dieser Gemeinden können erhöhte Werte vorkommen. Die LUBW empfiehlt deshalb grundsätzlich, eine Messung in Betracht zu ziehen.

Messung dauert mindestens zwei Monate

Für Privaträume eignen sich passive Radon-Exposimeter. Das kleine Gerät benötigt keinen Strom und bleibt an einer repräsentativen Stelle im Raum liegen. Die LUBW nennt eine Messdauer von mindestens zwei bis höchstens zwölf Monaten; ideal ist eine ganzjährige Messung, weil der gesetzliche Referenzwert auf einen Jahresmittelwert bezogen ist. Eine kurze Messung nur im Sommer oder Winter kann die Belastung wegen des veränderten Lüftungsverhaltens unter- oder überschätzen.

Ein Exposimeter kostet laut LUBW einschließlich Laborauswertung ungefähr 30 bis 50 Euro. Anerkannte Anbieter führt das Bundesamt für Strahlenschutz. Der Referenzwert liegt bei 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft. Wird er überschritten, sollten Fachleute Maßnahmen zur dauerhaften Senkung prüfen. Der Wert ist kein Grenzwert, unterhalb dessen jede Belastung ausgeschlossen wäre.

Für Arbeitsplätze gelten besondere Pflichten

In Radonvorsorgegebieten müssen Arbeitgeber die Konzentration an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss messen. Die Pflicht gilt zusätzlich für bestimmte Arbeitsumgebungen mit erhöhtem Radonpotenzial, etwa untertägige Bergwerke oder Wasserwerke. Für private Wohnräume besteht aus der Gebietsausweisung allein keine allgemeine Messpflicht.

Die Heidelberger Fachtagung richtet den Blick unter anderem auf eine Radon-Prognosekarte, Innenraummessungen, die behördliche Aufsicht und geplante rechtliche Änderungen. Ergebnisse für einzelne Gebäude ersetzt auch eine verbesserte Prognose nicht.

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