Mehr Frauen in Spitzenpositionen

Polizeibeauftragter fordert Gleichstand

Polizeibeauftragter fordert Gleichstand
Foto: Polizistinnen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Polizeibeauftragte des Bundestags, Uli Grötsch, kritisiert den geringen Frauenanteil in Führungspositionen bei Bundespolizei und BKA. Er fordert eine paritätische Besetzung und mehr Verständnis für weibliche Lebensplanung im Polizeiberuf. Sein Ziel: Bis zum Ende seiner Amtszeit sollen Frauen deutlich bessere Karrierechancen haben.

Klare Ansage für mehr Gleichberechtigung

„Frauen gehört die halbe Welt, mindestens. Das muss sich im Personalkörper der Sicherheitsbehörden widerspiegeln“, so die deutliche Forderung von Uli Grötsch, dem Polizeibeauftragten des Bundes. Er wirbt im „Münchner Merkur“ für eine stärkere Vertretung von Frauen in den höchsten Rängen von Bundespolizei und Bundeskriminalamt (BKA).

„Der Polizeiberuf ist keine Männerdomäne“, betont Grötsch. Er sei überzeugt, dass Frauen den Job genauso gut machen. Unterschiedliche Herangehensweisen sieht er nicht als Nachteil, sondern als Bereicherung. Zwar sei das BKA beim Thema Frauen in Führungspositionen besser aufgestellt als die Bundespolizei, doch insgesamt hätten beide Behörden „enormen Aufholbedarf“.

Frauenanteil bei Bundespolizei und BKA

Laut Grötsch liegt der Frauenanteil im Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei bei rund 21 Prozent, im höheren Dienst lediglich bei etwa 15 Prozent. Beim BKA sieht es deutlich besser aus: Hier beträgt der Frauenanteil insgesamt 41 Prozent. In den höchsten Positionen ab Besoldungsstufe A16 liegt er aber ebenfalls nur bei rund 25 Prozent.

Auf die Frage nach einer möglichen gesetzlichen Paritätsregelung zur Erhöhung des Frauenanteils reagiert Grötsch pragmatisch: „Wenn man drauf wartet, dass es von selber kommt, dann wartet man lange.“ Er verweist auf unterschiedliche Lebensplanungen von Frauen, die andere Rahmenbedingungen im Berufsleben erforderten – Rahmenbedingungen, die Behörden schaffen müssten. „Wir sind im Jahr 2026, da kannst du nicht mehr sagen: Pech gehabt, du bist ein Mädchen und kannst keine Karriere bei der Bundespolizei machen.“

Sein klares Ziel für das Ende seiner Amtszeit: „Frauen in der Bundespolizei und auch beim BKA sollen bessere Karriere-Voraussetzungen haben, als das heute der Fall ist. Gerne Fifty-Fifty ist das Ziel, bis meine Amtszeit endet.“ Grötsch kündigt an, mit allen verfügbaren Mitteln darauf hinzuarbeiten.