Reformen für mehr Nachwuchs

Notariat soll jünger und familiärer werden

Notariat soll jünger und familiärer werden
Foto: Symbolbild: Notar bei der Unterschriftensammlung. (Archiv/Symbolbild), via dts Nachrichtenagentur

Das Bundesjustizministerium will das Anwaltsnotariat mit einem neuen Gesetzentwurf attraktiver machen. Der Zugang soll erleichtert, die Altersgrenze flexibler und die Familienfreundlichkeit verbessert werden. Ziel ist die Sicherung der notariellen Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Ämter gesichert

Sinkende Bewerberzahlen bereiten dem Justizministerium Sorgen. Um die flächendeckende notarielle Versorgung in Deutschland zu gewährleisten, plant die Bundesregierung eine Reform des Anwaltsnotariats. Der nun vorgelegte Gesetzentwurf zielt darauf ab, den Beruf attraktiver zu gestalten und den Zugang zu erleichtern.

Frühere Zulassung

Erste große Neuerung: Juristen sollen zukünftig direkt nach dem zweiten Staatsexamen die notarielle Fachprüfung ablegen können. Die bisherige Wartezeit von drei Jahren entfällt. Auch die benötigte anwaltliche Berufserfahrung wird von drei auf zwei Jahre reduziert. Dies soll den Nachwuchs fördern.

Familienfreundliche Regeln

Auch für bestehende Notare gibt es Neuerungen. Zeiten für Mutterschutz, Elternzeit und Pflegefälle sollen künftig nicht mehr als Unterbrechung der Berufserfahrung gelten. Das soll insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.

Altersgrenze flexibler

Um die notarielle Versorgung, gerade in strukturschwachen oder ländlichen Regionen, weiterhin zu sichern, sollen Anwaltsnotare ihr Amt unter bestimmten Bedingungen über die bisherige Altersgrenze von 70 Jahren hinaus ausüben können. Eine Verlängerung ist zweimal um jeweils drei Jahre möglich, wenn Stellen nicht nachbesetzt werden konnten.

Der Gesetzentwurf liegt nun zur Stellungnahme bei den Ländern und Verbänden. Bis zum 6. März 2026 haben diese Zeit, ihre Bedenken oder Vorschläge einzubringen.

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