Millionen veruntreut: Ein ganzes System aufgedeckt
Laut Urteil nutzte Le Pens Partei Rassemblement National jahrelang systematisch Mittel des Europäischen Parlaments – angeblich für Assistenten, die in Wirklichkeit für die Partei in Frankreich arbeiteten. Die Richterin sprach von einer „demokratischen Umgehung“, einer bewussten Strategie zur Reduzierung der Parteikosten. Betroffen: über 20 Personen – darunter 8 Europaabgeordnete und 12 Assistenten. Die Partei selbst muss 2 Millionen Euro Strafe zahlen. Le Pen persönlich wurde zu 100.000 Euro verdonnert.
„Je suis Marine!“ – International formierte sich die rechte Solidarität
Während Le Pen beim Urteil „unglaublich“ flüsterte und den Saal vorzeitig verließ, brodelt es in Frankreichs Politik. Parteichef Jordan Bardella spricht von einer „Hinrichtung der Demokratie“. Unterstützung kommt auch aus dem Ausland: Viktor Orbán twittert: „Je suis Marine“, der Kreml übt Kritik an der französischen Justiz.
Politisches Aus für 2027?
Obwohl Le Pen Berufung einlegen will, bleibt das Ämterverbot sofort wirksam. Das bedeutet: Keine Kandidatur bei der nächsten Präsidentschaftswahl. Ihr designierter Nachfolger Bardella steht nun im Rampenlicht – doch kann er die Lücke füllen?
Die Details des Urteils gegen Marine Le Pen
- Datum der Verurteilung: 31. März 2025
- Anklage: Veruntreuung von EU-Geldern
- Strafen:
- 5 Jahre Verbot öffentlicher Ämter (sofort gültig)
- 4 Jahre Haft (2 Jahre zur Bewährung, 2 Jahre mit Fußfessel)
- 100.000 € Geldstrafe (Le Pen)
- 2 Mio. € Geldstrafe für Rassemblement National
Frankreichs Rechte im Umbruch
Die Partei steht vor einer Zerreißprobe. Le Pen, die bei der Wahl 2022 41 % holte, galt lange als Favoritin für 2027. Nun muss ein neues Gesicht her. Doch ob Bardella wirklich nachziehen kann, bleibt fraglich. Beobachter sehen im Urteil einen Einschnitt, der das politische Gleichgewicht in Frankreich neu ordnen könnte.
