Ein einfacher Wunsch: „Franciscus“
Das Testament stammt vom 29. Juni 2022 und wurde jetzt öffentlich gemacht. Darin legt Papst Franziskus fest, dass sein Grab „einfach, ohne besonderen Schmuck und mit der einzigen Inschrift: Franciscus“ sein soll. Das Grab solle „in der Erde“ liegen, heißt es weiter.
Der Wunsch ist Ausdruck seiner Bescheidenheit – und konsequent. Schon während seines Pontifikats verzichtete Franziskus auf viele traditionelle Zeremonien und lebte im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, statt im Apostolischen Palast.
Warum gerade Santa Maria Maggiore?
Die Entscheidung für Santa Maria Maggiore ist kein Zufall. Die Basilika ist eine der ältesten und bedeutendsten Marienkirchen der Welt – ein Ort mit tiefem spirituellen Gewicht. Franziskus besuchte die Kirche regelmäßig, insbesondere vor und nach Auslandsreisen. Dort betete er stets vor der Ikone „Salus Populi Romani“, einer Darstellung der Jungfrau Maria, die als Schutzpatronin Roms gilt.

Die Kirche gilt als erste dem Marienpatronat unterstellte Basilika im Westen und ist seit dem 5. Jahrhundert einer der wichtigsten Orte der katholischen Welt. Päpste wie Sixtus V., Pius V. oder Paul V. sind dort bereits bestattet – allerdings liegt die letzte Beisetzung eines Papstes in der Basilika mehr als 350 Jahre zurück.
Die letzten Stunden des Papstes
Papst Franziskus starb am Ostermontag um 7.35 Uhr in seiner Residenz in Rom. Nach Angaben des Vatikans war ein Schlaganfall die Todesursache. Laut einem Bericht der italienischen Zeitung Corriere della Sera sei der Papst gegen sechs Uhr noch aufgewacht – zunächst habe es ihm gut gegangen. Eine Stunde später fühlte er sich plötzlich krank. Kurz darauf wurde sein Tod festgestellt.
Zuvor hatte Franziskus im Frühjahr mit einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung zu kämpfen und lag 38 Tage im Krankenhaus.
Wie es jetzt weitergeht
Derzeit ist der Leichnam des Papstes in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta aufgebahrt. Ab Mittwoch soll er in den Petersdom überführt werden. Für Samstag ist die feierliche Beisetzung im Gespräch. Zu den Trauerfeierlichkeiten werden zahlreiche Kardinäle, Geistliche und auch internationale Staatsgäste erwartet – darunter laut Medienberichten auch Donald Trump.
Mit dem Tod von Franziskus begann die sogenannte Sedisvakanz. Das heißt: Der „Stuhl Petri“ ist unbesetzt. In den kommenden 15 bis 20 Tagen muss das Konklave einen neuen Papst wählen. 136 Kardinäle sind stimmberechtigt – darunter auch drei aus Deutschland: Reinhard Marx, Gerhard Ludwig Müller und Rainer Maria Woelki.
Als Favorit gilt der Italiener Pietro Parolin, der aktuelle Kardinalstaatssekretär.
Santa Maria Maggiore: Ein Heiliger Ort mit Geschichte
Die Basilika Santa Maria Maggiore, auch bekannt als Santa Maria ad Nives („Unsere Liebe Frau vom Schnee“), gehört zum exterritorialen Besitz des Vatikans. Sie liegt zentral in Rom, nahe des Bahnhofs Termini, und beeindruckt nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch durch ihre architektonische Pracht.

Gegründet wurde sie im 5. Jahrhundert unter Papst Coelestin I.. Geweiht wurde sie im Jahr 434 durch Papst Sixtus III. Die Kirche ist über 79 Meter lang, besitzt Mosaiken aus der Spätantike, eine prachtvolle Kassettendecke mit Gold aus der Neuen Welt – und beherbergt das berühmte Gnadenbild „Salus Populi Romani“, das bis heute verehrt wird.
Auch archäologisch ist die Basilika bedeutsam: Unter ihr wurden spätantike Bauwerke entdeckt. Zahlreiche weitere Päpste fanden hier ihre letzte Ruhestätte – darunter Nikolaus IV., Clemens VIII. und Sixtus V..
Fazit: Ein Papst, der seinen letzten Wunsch selbst bestimmte
Mit dem Wunsch, in Santa Maria Maggiore begraben zu werden, kehrt Franziskus an den Ort zurück, der ihm über Jahrzehnte spiritueller Halt war. Es ist ein stiller, aber deutlicher Schlusspunkt seines Pontifikats. Kein Pomp, keine goldene Gruft – nur ein Name. Und eine Kirche, die für ihn mehr war als Stein und Marmor: ein Ort des Glaubens.
