Gebühren deckeln Erträge

Kostenfalle Altersvorsorge: Neue Sparpläne können teurer werden als man denkt

Ein junger Mann schaut nachdenklich in die Ferne, Archivbild, über dts Nachrichtenagentur

Ein neuer staatlich geförderter Sparplan für die Altersvorsorge soll ab sofort gedeckelt sein. Doch auch ein Prozent Gebühren pro Jahr können die langfristige Vermögensbildung empfindlich schmälern, wie Berechnungen zeigen. Insbesondere junge Sparer könnten hierdurch viel Geld verlieren.

Gebührendeckel bremst Rendite

Die Auflegung neuer staatlich geförderter Altersvorsorgedepots bringt für Sparer eine wichtige Neuerung mit sich: Eine Kostenobergrenze von einem Prozent pro Jahr soll die Gebührenbildung begrenzen. Doch gerade diese Deckelung kann sich als Bumerang erweisen.

Rechnungen des Vergleichsportals Verivox legen offen: Werden die maximalen Gebühren voll ausgeschöpft, geht die staatliche Förderung schneller in den Kosten unter, als vielen bewusst ist.

Junge Sparer besonders betroffen

Ein 25-Jähriger, der 150 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan mit durchschnittlich 7,5 Prozent Rendite investiert, könnte über einen kostenfreien Depotanschluss bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren rund 496.000 Euro ansparen. Mit staatlicher Förderung und höheren Sparraten von 45 Euro zusätzlich könnte die Summe auf 645.000 Euro steigen – ein sattes Plus von 149.000 Euro.

Doch: Zahlt dieser Anleger nun ein Prozent Gebühren pro Jahr, sinkt die Vermögensbildung drastisch. Bis zum Rentenalter würden rund 480.000 Euro angespart. Das sind immerhin 16.000 Euro weniger als ohne Förderung in einem kostenfreien Depot.

Auch Ältere zahlen drauf

Auch für ältere Sparer hat die Kostenkulisse Relevanz. Ein heute 45-Jähriger erreicht ohne Förderung und Gebühren etwa 98.000 Euro. Mit staatlicher Unterstützung und höheren Sparbeträgen wären es 127.000 Euro.

Bei einem Prozent jährlicher Gebühren sinkt die Summe bei einem 45-Jährigen bis zur Rente auf etwa 111.000 Euro. Zwar sind das über 13.000 Euro mehr als beim ungeförderten Sparen mit kostenfreiem Depot, doch allein über 16.000 Euro an Gebühren fließen in den 22 Jahren bis zum Ruhestand ab.

Kosten kritisch prüfen

Oliver Maier von Verivox mahnt zur Vorsicht: „Bei der Auswahl ihres Altersvorsorgedepots sollten Verbraucher die Kosten sehr genau im Blick haben. Es ist wichtig, ein Produkt zu wählen, das den gesetzlichen Deckel nicht voll ausreizt.“ Er fügt hinzu, dass die scheinbar geringen ein Prozent Gebühren über Jahrzehnte hinweg die gesamte staatliche Förderung mehr als aufzehren könnten.

Die Analyse von Verivox basiert auf einer konstanten jährlichen Rendite von 7,5 Prozent und orientiert sich an der historischen Entwicklung des MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Gebühren. Steuern wurden in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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