Ueber uns Werbung Kontakt Newsletter 18 C Stuttgart

Kontroverse um Ehrenschutz und Meinungsfreiheit

Koalition debattiert Abschaffung von Paragraf 188 – Politiker‑Beleidigungen im Fokus

Koalition debattiert Abschaffung von Paragraf 188 – Politiker‑Beleidigungen im Fokus

Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach einem Strafbefehl wegen der Bezeichnung von Bundeskanzler Friedrich Merz als „Lügenfritz“ wird in der schwarz‑roten Koalition über die Abschaffung von Paragraf 188 StGB diskutiert. Während die Union einen Reformvorschlag vorlegt, warnen SPD und einige Länderjustizministerien vor einem Rückschritt beim Schutz politisch Engagierter.

Union fordert Reform des Ehrenschutzes

Günter Krings (CDU), Fraktionsvize für Innen‑ und Rechtspolitik, erklärte dem Spiegel, dass kein Sonderstrafrecht für Politiker nötig sei. Stattdessen solle die höhere Strafrahmen­höhe des Paragrafen 188 auf die allgemeinen Beleidigungsdelikte nach Paragraf 185 übertragen werden, um Ungleichbehandlungen zu beseitigen und den Ehrenschutz für alle Bürger zu stärken.

SPD hält an Paragraf 188 fest

Die rechtspolitische Sprecherin der SPD, Carmen Wegge, kritisierte den Zeitpunkt der Initiative. Sie verwies auf steigende Ermittlungszahlen – von 2.600 im Jahr 2025 auf zuletzt 4.500 Fälle – und betonte, dass insbesondere rund 200.000 Ehrenamtliche in Kommunen vom Schutz des Paragrafen profitieren würden.

Grünen‑Politiker fordert Abschaffung

Erik Marquardt (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützte die Abschaffung. Er sah das Sonderrecht als Belastung für Politiker und plädierte für mehr Schutz bei tatsächlicher Gewalt und Drohungen, vor allem auf kommunaler Ebene.

Bundesweite Justizkonferenz nimmt Thema auf

Nächste Woche berät die Justizministerkonferenz in Hamburg das Thema. Der sächsische Justizminister Constanze Geiert (CDU) hat bereits einen Gesetzentwurf eingereicht, der Paragraf 185 reformieren und Paragraf 188 abschaffen oder stark einschränken soll.

Ländlicher Widerstand

In Niedersachsen äußerte das Justizministerium, vertreten durch Kathrin Wahlmann (SPD), Bedenken gegenüber einer Abschaffung. Der Fokus liege laut Wahlmann auf dem Kampf gegen Hass und Hetze, für den Paragraf 188 ein zentrales Instrument sei.

Die wichtigsten Baden-Württemberg-News zuerst

Bleiben Sie bei Nachrichten, Wetter, Verkehr, Verbraucherthemen und Freizeittipps aus Baden-Württemberg immer auf dem Laufenden. Legen Sie InsideBW als bevorzugte Quelle bei Google fest und sehen Sie unsere Inhalte künftig häufiger in den Google-Nachrichten.

Jetzt InsideBW.de bei Google bevorzugen

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .