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Vorklinische Krebsforschung

KIT-Studie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs: CD44 verändert die Tumorumgebung

Forschende des KIT haben untersucht, wie das Molekül CD44 die schützende Umgebung von Bauchspeicheldrüsentumoren beeinflusst. Das Ausschalten von CD44 veränderte Bindegewebszellen und bremste das Tumorwachstum im Mausmodell – eine Wirksamkeit beim Menschen ist damit nicht belegt.

Mikroskopische Darstellung krebsassoziierter Fibroblasten mit und ohne CD44
CD44 ist grün markiert: Wird das Molekül ausgeschaltet, verändern krebsassoziierte Fibroblasten ihre Form und Aktivität.
Foto: Treffert et al. / KIT, CC BY 4.0

Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie haben einen Mechanismus untersucht, der die schützende Umgebung von Bauchspeicheldrüsentumoren beeinflusst. Im Mittelpunkt steht das Molekül CD44: Wurde es in bestimmten Bindegewebszellen ausgeschaltet, veränderten diese ihr Verhalten. Im Mausmodell wurde das Tumorwachstum gebremst. Eine Wirksamkeit beim Menschen ist damit nicht belegt.

Warum das Gewebe um den Tumor so wichtig ist

Bauchspeicheldrüsentumoren bestehen nicht nur aus Krebszellen. Sie sind von Blutgefäßen, Immunzellen und Stützzellen umgeben. Dieses sogenannte Tumormikroumfeld kann nach Angaben des KIT bis zu 90 Prozent der Tumormasse ausmachen. Eine wichtige Rolle spielen krebsassoziierte Fibroblasten, also veränderte Bindegewebszellen.

Diese Zellen können eine dichte, narbenartige Struktur bilden und entzündungsfördernde Signale aussenden. Zugleich können sie die Immunabwehr abschwächen. Das erschwert es Immunzellen und Medikamenten, den Tumor zu erreichen oder wirksam anzugreifen.

CD44 wurde in menschlichen Zellen und im Mausmodell ausgeschaltet

Das Forschungsteam untersuchte CD44 in krebsassoziierten Fibroblasten. In menschlichen Zellen im Labor sowie im Mausmodell wurde das Molekül gezielt ausgeschaltet. Danach bildeten die Fibroblasten weniger Bindegewebe und weniger entzündungsfördernde Botenstoffe. Außerdem nahm ihre Fähigkeit ab, Immunreaktionen gegen den Tumor zu unterdrücken.

In den Versuchen konnten Immunzellen Tumorzellen dadurch besser angreifen. Im Mausmodell verlangsamte sich das Tumorwachstum. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Cell Death & Disease. Neben dem KIT waren Forschende von TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz und der Universität Freiburg beteiligt.

Vorklinische Ergebnisse sind noch keine Therapie

Die Studie liefert Hinweise darauf, dass CD44 nicht nur auf Krebszellen, sondern auch im umgebenden Stützgewebe ein möglicher Angriffspunkt sein könnte. Frühere KIT-Arbeiten hatten bereits bestimmte Varianten des Moleküls auf Tumorzellen untersucht. Die neue Arbeit richtet den Blick nun stärker auf die Fibroblasten in der Tumorumgebung.

Die Aussagekraft bleibt jedoch begrenzt: Die beschriebenen Ergebnisse stammen aus Zellversuchen und einem Mausmodell. Ob sich der Mechanismus beim Menschen sicher und wirksam nutzen lässt, ist offen. Auch mögliche Nebenwirkungen einer CD44-Blockade und geeignete Formen der Behandlung müssen weiter untersucht werden. Das KIT weist ausdrücklich darauf hin, dass bis zu einer klinischen Anwendung zusätzliche Forschungsarbeiten notwendig sind.

Was die Studie für die Krebsforschung bedeutet

Der Ansatz verfolgt nicht das Ziel, sämtliche Fibroblasten zu zerstören. Stattdessen sollen tumorfördernde Zellen so verändert werden, dass sie weniger schützendes Gewebe aufbauen und die Immunabwehr weniger stark bremsen. Damit erweitert die Studie das Verständnis darüber, wie Tumorzellen und ihre Umgebung zusammenwirken. Für Patientinnen und Patienten ergibt sich daraus derzeit keine neue Behandlungsempfehlung.

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