KI-Warnungen verhallen ungehört
Gerade mal ein Fünftel der Internetnutzer in Deutschland macht sich die Mühe, die Herkunft von Online-Inhalten zu überprüfen. Das ist das besorgnizte Ergebnis des aktuellen Cybersicherheitsmonitors, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) veröffentlicht haben. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI-generierten Inhalten, darunter auch Falschinformationen und Betrugsmaschen, scheint das Bewusstsein für die eigene Sorgfaltspflicht bei vielen noch zu fehlen.
Gefahr von Promi-Videos
Die ProPK-Vorsitzende Stefanie Hinz nennt ein konkretes Beispiel: den sogenannten „Cybertrading-Fraud“. Dabei werden oft KI-generierte Videos bekannter Persönlichkeiten genutzt, um Anlegern gefälschte Renditeversprechen zu machen. Hinz rät dringend dazu, die Glaubwürdigkeit solcher Angebote kritisch zu hinterfragen.
Obwohl fast die Hälfte der Befragten angibt, KI-generierte Inhalte erkennen zu können, suchen nur 28 Prozent aktiv nach visuellen Auffälligkeiten in Bildern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht darin ein ernstes Problem. BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont die Wichtigkeit der Erkennung, um Risiken und Falschinformationen wirksam begegnen zu können.
Die Studie, für die im Januar über 3.000 Personen befragt wurden, zeigt auch, dass rund ein Drittel der Befragten bisher keinerlei Schritte unternommen hat, um sich vor KI-generierten Inhalten zu schützen. Besonders alarmierend: Nur 38 Prozent erkennen die Gefahr, dass Kriminelle KI-Programme missbrauchen könnten, um sensible Daten abzugreifen.




