Energiepreise auf dem Vormarsch
Nach 1,9 Prozent im Februar und 2,1 Prozent im Januar ist die Inflationsrate im März 2026 auf 2,7 Prozent gestiegen. Das Statistische Bundesamt bestätigte diese erste Schätzung am Freitag.
Der Anstieg ist vor allem auf die teuren Energieprodukte zurückzuführen. Präsidentin Ruth Brand vom Statistischen Bundesamt nannte die sprunghaft gestiegenen Preise für Kraftstoffe und Heizöl, die sie direkt mit dem Iran-Krieg begründete.
Spritte und Öl deutlich teurer
Gegenüber dem Vorjahresmonat März 2025 kosteten Energieprodukte im März 2026 durchschnittlich 7,2 Prozent mehr. Dies ist der erste Anstieg seit Dezember 2023. Insbesondere Kraftstoffe verteuerten sich um 20 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 44,4 Prozent. Die Konflikte im Iran und Nahen Osten sowie die daraus resultierende Rohölpreisentwicklung werden als Ursache genannt.
Die heimische Haushaltsenergie war dennoch insgesamt um 1,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Strom, Gas und Fernwärme profitierten offenbar von staatlichen Maßnahmen wie reduzierten Netzentgelten.
Nahrungsmittel teurer, aber weniger stark
Die Preise für Nahrungsmittel legten im März 2026 um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Teuerung bei Lebensmitteln verlangsamte sich damit leicht. Besonders stark waren Preiserhöhungen bei Süßwaren (plus 6,1 Prozent), Obst (plus 4,7 Prozent), Gemüse (plus 3,8 Prozent) und Fleisch (plus 3,6 Prozent).
Günstiger wurden dagegen Speiseöle und -fette (-17,6 Prozent), darunter Butter (-29,1 Prozent) und Olivenöl (-11,8 Prozent). Molkereiprodukte verbilligten sich ebenfalls.
Dienstleistungen auf weiterem Höhenflug
Die Preise für Dienstleistungen stiegen im März 2026 um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies liegt bereits seit Januar 2024 über der allgemeinen Inflationsrate. Stark verteuert haben sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 7,0 Prozent) und die kombinierte Personenbeförderung (plus 6,2 Prozent), was auf die Anhebung des Deutschlandtickets zurückzuführen ist.
Auch Autoreparaturen, Wasserversorgung, Gaststättendienstleistungen und Versicherungen waren teurer. Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent.
Monatlicher Anstieg um 1,1 Prozent
Auf Monatsbasis, also im Vergleich zum Februar 2026, stiegen die Verbraucherpreise im März um 1,1 Prozent. Ein Treiber waren erneut die Energiepreise, die um 7,7 Prozent zulegten. Kraftstoffe verteuerten sich innerhalb eines Monats um über 15 Prozent. Auch internationale Flüge und Pauschalreisen zogen saisonbedingt an.
