Gewerkschaft macht Druck vor Betriebsratswahlen

IG Metall fordert Teslas „Knochenjob“ zu beenden

IG Metall fordert Teslas „Knochenjob“ zu beenden
Foto: Tesla-Auto (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Vor den bevorstehenden Betriebsratswahlen im Tesla-Werk Grünheide Anfang März erhöht die IG Metall den Druck auf den Elektroautobauer. Eine interne Umfrage unter Belegschaftsmitgliedern ergab laut Gewerkschaft, dass die Arbeit in der "Gigafactory" ein "Knochenjob" sei. Die IG Metall fordert nun konkret bessere Arbeitsbedingungen und legt einen Zehn-Punkte-Plan vor.

Mehr Leute statt Stress

Nach Ansicht der IG Metall gibt es nur Entlastung, wenn Tesla wegen Absatzproblemen die Produktion drosselt. Den bisherigen, dem Management nahestehenden Betriebsrat kritisieren die Gewerkschafter dafür, wenig unternommen zu haben, um den Druck auf die Arbeiter zu verringern. Eine Gruppierung um Ex-Managerin Michaela Schmitz hält dort bisher die Mehrheit, was immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der IG Metall führt, die derzeit 40 Prozent der Betriebsräte stellt.

Der Zehn-Punkte-Plan der IG Metall sieht unter anderem vor, dass Beförderungen nicht mehr auf persönliche Beziehungen, sondern auf Leistung, Können und Qualifikation basieren sollen. „Schluss mit der Vetternwirtschaft“, heißt es dort.

Auch weniger Stress ist ein zentraler Punkt. „Wenn wir mehr produzieren sollen, brauchen wir mehr Leute“, so die Forderung. „Wenn Teams unterbesetzt sind, müssen die Bänder langsamer laufen. Sonst macht die Arbeit krank. Unsere Gesundheit ist wichtiger als Manager-Boni und Rendite.“

Bezirkschef Jan Otto betonte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass es um Respekt gehe. „Dazu gehört ein fairer Umgang, auch wenn jemand mal krank wird. Es muss Schluss sein mit dem Druck auf alle, die aus gesundheitlichen Gründen ausfallen.“