ADAC Studie

HVO100: Umweltfreundlicher Treibstoff mit geringen Mehrkosten

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Seit Mai 2024 ist HVO100, ein paraffinischer Dieselkraftstoff, an deutschen Tankstellen erhältlich. Dieser neue Treibstoff verspricht eine erhebliche Reduktion der CO2-Emissionen. Doch wie sieht es mit den Kosten für Autofahrer aus? Der ADAC hat eine Kostenstudie durchgeführt, die zeigt, dass die finanziellen Auswirkungen für Autofahrer gering sind.

ADAC-Studie: Geringe Mehrkosten für Autofahrer

Der ADAC hat die finanziellen Auswirkungen von HVO100 auf die Treibstoffkosten exemplarisch berechnet. Dabei wurden drei beliebte Dieselmodelle herangezogen: der VW Golf TDI 2.0, der BMW 520d Touring und der Mercedes C 220 d T-Modell.

VW Golf TDI 2.0

Für den VW Golf TDI 2.0 beträgt der monatliche Kostenanstieg durch HVO100 lediglich 5,62 Euro. Die monatlichen Treibstoffkosten belaufen sich somit auf insgesamt 97,87 Euro. Dieser geringe Aufschlag zeigt, dass HVO100 eine kostengünstige Option für umweltbewusste Autofahrer darstellt.

BMW 520d Touring

Beim BMW 520d Touring steigt der monatliche Treibstoffaufwand um 6,75 Euro auf insgesamt 117,45 Euro. Auch hier ist der Anstieg der Kosten überschaubar und dürfte die meisten Autofahrer nicht übermäßig belasten.

Mercedes C 220 d T-Modell

Für das Mercedes C 220 d T-Modell beträgt der monatliche Aufschlag 5,87 Euro, womit die monatlichen Treibstoffkosten bei 102,22 Euro liegen. Auch hier zeigt sich, dass die Nutzung von HVO100 finanziell attraktiv bleibt.

Preisentwicklung und Marktprognose

Aktuelle Stichproben des ADAC zeigen, dass HVO100 im Durchschnitt sechs bis zehn Cent mehr kostet als herkömmlicher Diesel. Damit liegt der Preisaufschlag am unteren Ende der ursprünglich prognostizierten fünf bis 20 Cent. ADAC Technikpräsident Karsten Schulze betont, dass es ein positives Zeichen ist, dass die Hersteller versuchen, HVO100 so günstig wie möglich anzubieten. Er hofft, dass sich der Preisaufschlag in Zukunft weiter verringern wird und HVO100 preislich dem klassischen Diesel näherkommt.

Nachhaltigkeitsaspekte und Produktionsbedingungen

HVO100 wird aus Abfallstoffen wie Altspeiseölen und Fettresten hergestellt und erfüllt strenge Nachhaltigkeitskriterien. Diese beinhalten den Schutz sensibler Ökosysteme und die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion. Der ADAC fordert die Mineralölgesellschaften auf, die Herkunft von HVO100 transparent zu deklarieren und die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien nachvollziehbar zu machen.

Fazit: Umweltfreundlichkeit bei geringen Mehrkosten

Die Einführung von HVO100 ist ein wichtiger Schritt in Richtung umweltfreundlicherer Mobilität. Die ADAC-Studie zeigt, dass die finanziellen Mehrkosten für Autofahrer gering sind, während die CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können. HVO100 bietet somit eine attraktive Alternative zu herkömmlichem Diesel, die sowohl die Umwelt schont als auch finanziell vertretbar ist. Autofahrer sollten jedoch sicherstellen, dass ihr Fahrzeug für HVO100 zugelassen ist, was bei neueren Modellen durch die XTL-Kennzeichnung im Tankdeckel erkennbar ist.