21 Prozent mehr für Energie

Heizkosten weiter spürbar höher als vor der Energiekrise

Heizkosten weiter spürbar höher als vor der Energiekrise
Foto: Heizkessel im Altbau-Keller (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Vier Jahre nach Kriegsbeginn belasten die gestiegenen Energiekosten deutsche Haushalte weiterhin stark. Vor allem das Heizen verteuert sich deutlich. Strom bleibt dagegen vergleichsweise stabil, dank staatlicher Hilfen und gesunkener Großhandelspreise.

Energieausgaben auf hohem Niveau

Haushalte in Deutschland müssen nach wie vor tiefer in die Tasche greifen, wenn es um Energie geht. Vier Jahre nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine liegen die jährlichen Kosten für Heizung, Strom und Kraftstoff laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox noch immer rund 21 Prozent über dem Niveau des Vorkriegsjahres 2021. Ein Musterhaushalt mit drei Personen zahlte im Februar 2026 durchschnittlich 4.977 Euro – das sind 856 Euro mehr als noch 2021.

Heizöl verteuert sich um 29 Prozent

Besonders drastisch sind die Kosten für das Heizen gestiegen. Heizöl ist aktuell rund 29 Prozent teurer. Für 20 Hektoliter zahlten Haushalte in diesem Jahr 1.849 Euro, 2021 waren es noch 1.428 Euro. Auch Gasheizungen sind teurer geworden. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind die Kosten von 1.329 Euro auf 1.988 Euro geklettert – ein Anstieg von rund 50 Prozent. Da mehr Haushalte mit Gas heizen als mit Öl, sind die durchschnittlichen Heizkosten laut Verivox insgesamt um 43 Prozent gestiegen.

Mehrbelastung auch an der Zapfsäule

Auch die Autofahrer spüren die Teuerung. Benzin kostet laut Verivox rund 15 Prozent mehr als 2021, Diesel sogar 24 Prozent. Im Schnitt zahlen Autofahrer heute etwa 17 Prozent mehr für Kraftstoff als vor der Energiekrise.

Strompreise weitgehend stabil

Eine erfreuliche Nachricht gibt es hingegen beim Strom. Hier bleiben die Preise weitgehend stabil. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden steigt die Rechnung lediglich von 1.229 auf 1.244 Euro. Wer im günstigsten Tarif versorgt wird, zahlt sogar rund 13 Prozent weniger als vor der Energiekrise, so Verivox. Energieexperte Thorsten Storck erklärt: „Ein milliardenschwerer Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten sowie sinkende Großhandelspreise haben dafür gesorgt, dass die Strompreise seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 um gut ein Viertel gefallen sind“. Bei Gas und Kraftstoffen sei eine Rückkehr auf das Vorkriegsniveau dagegen absehbar nicht in Sicht. Deutlich gestiegene CO2-Preise verteuern fossile Energieträger spürbar.