Dämpfer für den Sektor
Von den rund 564.000 Handwerksbetrieben in Deutschland kam im vergangenen Jahr ein Umsatz von insgesamt 762 Milliarden Euro. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete am Donnerstag einen leichten Rückgang um 0,6 Prozent. Auch die Zahl der Betriebe schrumpfte geringfügig um 0,7 Prozent. Die gut 6 Millionen Menschen, die im Handwerk tätig sind – darunter 4,1 Millionen mit fester sozialversicherungspflichtiger Anstellung – spüren die Auswirkungen.
Große legen zu, Kleine bluten
Die Krise im Handwerk ist nicht gleich verteilt. Während Betriebe mit 50 oder mehr Mitarbeitern ein Umsatzplus von 3,4 Prozent verbuchen konnten, sieht es für die Kleinen düster aus. Kleine Handwerksunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten mussten einen erheblichen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent hinnehmen. Das unterstreicht die Schwierigkeiten, die oft stark von Konjunkturschwankungen abhängen.
Ausbaubranche unter Druck
Besonders betroffen ist das Ausbaugewerbe. Hier sank die Zahl der Unternehmen um 2,1 Prozent, der Umsatz brach sogar um 3,2 Prozent ein. Auch das Bauhauptgewerbe verzeichnete ein Minus von 1,2 Prozent. Ganz anders das Bild im Gesundheitsgewerbe: Augenoptiker, Hörakustiker und Zahntechniker konnten ihre Umsätze um satte 4,1 Prozent steigern. Das Kraftfahrzeuggewerbe legte ebenfalls zu (+3,3 Prozent).
Handwerk im Gesamtbild
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt das Handwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sein Anteil am Gesamtumsatz der deutschen Wirtschaft betrug im vergangenen Jahr 7,8 Prozent. Fast jeder achte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeitet im Handwerk.




