Mehr Geld für Gesundheit
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2024 summieren sich die Gesundheitsausgaben auf beeindruckende 538,2 Milliarden Euro. Das bedeutet für jeden einzelnen Bundesbürger Ausgaben von sage und schreibe 6.444 Euro.
Gigantischer Sprung seit 1994
Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Doch der wirkliche Hammer zeigt sich, wenn man den Blick weiter zurückrichtet: 1994 lagen die Ausgaben noch bei 175,3 Milliarden Euro. Über die vergangenen 30 Jahre haben sich die Kosten damit mehr als verdreifacht. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte von 9,5 Prozent auf nunmehr 12,4 Prozent.
Pflegeversicherung stark im Plus
Die soziale Pflegeversicherung verzeichnete im Vergleich aller Ausgabenträger den stärksten Zuwachs. Mit einem Plus von 11,3 Prozent, umgerechnet 6,5 Milliarden Euro, erreicht sie nun 64,7 Milliarden Euro. Grund dafür sind höhere Kosten für Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie die erst seit kurzem geltenden Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile.
Gesetzliche Krankenkassen als Kostentreiber
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bleibt mit einem Anteil von 55,9 Prozent der größte Ausgabenträger. Die Ausgaben hierfür stiegen um 7,8 Prozent auf 300,8 Milliarden Euro. Das sind 21,7 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.
Private Haushalte und Versicherer ziehen mit
Auch private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck gaben mehr aus: 65 Milliarden Euro flossen 2024 in Gesundheit, ein Anstieg von 5,4 Prozent. Die privaten Krankenversicherungen verzeichneten gar ein Plus von 9,7 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro.
Ambulante Versorgung dominiert
Fast die Hälfte der Gesundheitsausgaben, genauer gesagt 48,2 Prozent, entfällt auf ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken – 259,4 Milliarden Euro. Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen schlugen mit 197,7 Milliarden Euro zu Buche.
Gesundheitsschutz: Rückgang, aber langfristig im Plus
Nur im Bereich Gesundheitsschutz, derämter und Instituten wie dem RKI umfasst, gab es einen Rückgang um 18,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Dies ist jedoch auf auslaufende Corona-Ausgaben zurückzuführen. Langfristig betrachtet, seit 2019, ist dieser Bereich aber um über 61 Prozent gewachsen. Der „Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ soll dies weiter stärken.
Pflegeleistungen als größte Einzelposition
Den größten Anteil an den Ausgaben machen mit 25,3 Prozent die pflegerischen Leistungen aus, insgesamt 135,9 Milliarden Euro. Ein Zuwachs von 11,6 Prozent zeigt die enorme Dynamik, vor allem beeinflusst durch gestiegene Personalkosten in der stationären Pflege und die Geldzahlungen in der häuslichen Pflege.
Arzneimittel teurer geworden
Auch die Kosten für Arzneimittel sind spürbar gestiegen. Grund ist unter anderem das Auslaufen eines Rabatts für erstattungsfähige Medikamente. Die Ausgaben für Medikamente legten um 9,3 Prozent auf 85,1 Milliarden Euro zu.
Prognose: Anstieg geht weiter
Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Für 2025 wird ein weiterer Anstieg der Gesundheitsausgaben auf voraussichtlich 579,5 Milliarden Euro geschätzt. Das wäre ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr.



