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EU-Förderung für Krebsforschung

Fast 8 Millionen Euro für Heidelberg: KI soll Hirntumor-Diagnostik verbessern

Zwei neue europäische Forschungsprojekte unter Heidelberger Leitung erhalten zusammen rund 7,8 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen KI-Systeme für Hirntumoren und die Ausbildung neuer Fachkräfte an der Schnittstelle von Medizin und Technologie.

Fast 8 Millionen Euro für Heidelberg: KI soll Hirntumor-Diagnostik verbessern
Symbolbild
insidebw.de / KI

Zwei europäische Forschungsprojekte werden von Heidelberg aus koordiniert

Das Universitätsklinikum Heidelberg und die Medizinische Fakultät Heidelberg übernehmen bei zwei neuen europäischen Forschungsverbünden eine zentrale Rolle. Die Projekte „EUcanAI“ und „FutureMIND“ werden von Professor Dr. Dr. Felix Sahm aus der Neuropathologie des Universitätsklinikums koordiniert. Die Europäische Union stellt dafür im Rahmen von „Horizon Europe“ jeweils rund 3,9 Millionen Euro bereit.

Zusammen ergibt sich damit eine Förderung von rund 7,8 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen zum einen neue KI-Systeme für die Diagnose und Therapieplanung bei Hirntumoren und zum anderen die Ausbildung von Fachkräften, die Medizin, Informatik und wirtschaftliche Umsetzung miteinander verbinden sollen.

KI-Systeme sollen verschiedene Behandlungsschritte miteinander verknüpfen

Das Projekt „EUcanAI“ trägt ausgeschrieben den Namen „European Unified Cancer diagnostics and treatment AI agent“. Geplant ist ein mehrstufiges System aus mehreren spezialisierten KI-Modellen, die unterschiedliche Bereiche der Behandlung unterstützen sollen.

Nach Angaben des Universitätsklinikums soll ein Modell mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten Arztgespräche begleiten, Fragen stellen und bei Bedarf weitere Untersuchungen vorschlagen können. Weitere Systeme sollen MRT-Aufnahmen und Gewebeschnitte von Hirntumoren analysieren oder während beziehungsweise kurz nach einer Operation geeignete Therapieoptionen ermitteln.

Die einzelnen Modelle sollen durch ein übergeordnetes KI-System miteinander verbunden werden. Die endgültige Entscheidung über diagnostische oder therapeutische Schritte bleibt dabei ausdrücklich bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

Forschungsverbund greift auf Tausende Patientendatensätze zurück

An „EUcanAI“ sind insgesamt elf Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Dänemark beteiligt. Zusätzlich arbeitet die International Agency for Research on Cancer der Weltgesundheitsorganisation als internationaler Kooperationspartner mit.

Durch den Verbund stehen den Forschenden nach Angaben des Universitätsklinikums Tausende Datensätze von Hirntumorpatientinnen und -patienten aus verschiedenen europäischen Zentren zur Verfügung. Die geplanten KI-Modelle sollen an mehreren klinischen Standorten getestet und weiterentwickelt werden.

FutureMIND soll Fachkräfte an der Schnittstelle von Medizin und KI ausbilden

Das zweite Projekt, „FutureMIND“, startet im Januar 2027. Dabei handelt es sich um ein europäisches Doktorandennetzwerk mit 14 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern.

Die Teilnehmenden sollen ihre Promotion nicht nur an Forschungseinrichtungen und Kliniken absolvieren, sondern auch Erfahrungen in Unternehmen sammeln. Inhaltlich geht es unter anderem um KI, Informatik und Neuroonkologie sowie um die Frage, wie neue Verfahren schneller aus der Forschung in die medizinische Anwendung überführt werden können.

Der Verbund umfasst 16 Partner aus Wissenschaft, Klinik und Industrie in sieben europäischen Ländern sowie den USA.

EUcanAI läuft bereits, FutureMIND startet 2027

„EUcanAI“ wird seit dem 1. September 2026 über den European Innovation Council Pathfinder innerhalb von „Horizon Europe“ gefördert. „FutureMIND“ startet zum 1. Januar 2027 und wird über die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen unterstützt.

Beide Projekte sind zunächst auf vier Jahre angelegt. Heidelberg übernimmt dabei jeweils die Koordination der internationalen Forschungsverbünde.

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