Iran: Internationale Reaktionen auf Pahlavis Ambitionen
Nachdem das Auswärtige Amt erklärt hat, die Bereitschaft Reza Pahlavis, eine Übergangsregierung im Iran zu leiten, zur Kenntnis genommen zu haben, wird die Rolle des Schah-Erben durch deutsche Politiker mit Bedacht bewertet.
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, betonte gegenüber dem Spiegel, dass eine neue Regierung in Teheran nicht im Ausland geschaffen werden dürfe. Er teilt die Ansicht von US-Präsident Donald Trump, dass das iranische Volk seine Zukunft gestalten müsse. Hardt bekräftigte jedoch, dass eine Vision für ein demokratisches, modernes Iran von allen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt werde.
Ähnlich äußerte sich Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD. Er nimmt wahr, dass sich viele Exil-Iraner hinter Pahlavi stellen, sieht dies jedoch als Teil einer vielschichtigen Oppositionslandschaft. „Unterschiedliche Akteure und gesellschaftliche Gruppen vertreten verschiedene Vorstellungen“, so Ahmetovic, der ebenfalls die Selbstbestimmung des iranischen Volkes in den Vordergrund stellt.
Ganz anders sieht das der frühere FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai. Er fordert die Bundesregierung auf, Pahlavi als „Gesicht der iranischen Freiheitsbewegung“ anzuerkennen. Nur er, so Djir-Sarai im Spiegel, sei in der Lage, den Übergang zur Demokratie zu organisieren.
Reza Pahlavi, der älteste Sohn des 1979 gestürzten Schahs, lebt seit Jahrzehnten im Ausland. Während der jüngsten Proteste im Iran und der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten beansprucht er eine führende Rolle in der zerstrittenen Opposition. Erst kürzlich trat er auf der Münchner Sicherheitskonferenz auf und sprach vor einer Großkundgebung.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)



