Wahlabend dürfte lang werden

BW-Landtagswahl wird zum Krimi: Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet – CDU und Grüne fast gleichauf

Sitzung im Parlament mit Abgeordneten in Anzügen und moderner Architektur.
Foto: Foto: Landtag BW

7,7 Millionen Menschen wählen heute in Baden-Württemberg einen neuen Landtag – und wohl auch das Ende der Kretschmann-Ära.

Am Wahltag in Baden-Württemberg spitzt sich alles auf ein enges Rennen zu. CDU und Grüne liegen in den letzten Umfragen dicht beieinander, teils sogar gleichauf. Für das Land bedeutet das: Der Nachfolger von Winfried Kretschmann könnte erst spät feststehen. Rund 7,7 Millionen Menschen sind wahlberechtigt, erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige bei einer Landtagswahl im Südwesten mit abstimmen. Gewählt wird von 8 bis 18 Uhr, außerdem gilt erstmals das Zwei-Stimmen-System.

Die spannendste Frage dieses Wahlsonntags lautet: Schafft Manuel Hagel die CDU zurück an die Spitze – oder ziehen die Grünen mit Cem Özdemir im Endspurt doch noch vorbei? Im jüngsten ZDF-Politbarometer Extra lagen beide Parteien bei jeweils 28 Prozent. Dahinter folgten AfD mit 18 Prozent, SPD mit 8 Prozent sowie FDP und Linke mit jeweils 5,5 Prozent. Auch andere Umfragen sahen zuletzt nur noch einen minimalen Abstand zwischen CDU und Grünen.

Besonders brisant: Die Wahl gilt nicht nur als Entscheidung über die künftige Regierung in Stuttgart, sondern auch als Signal weit über Baden-Württemberg hinaus. Es ist die erste von fünf Landtagswahlen in diesem Jahr. Damit schauen auch die Bundesparteien genau hin – vor allem auf die CDU. Schon vor der Abstimmung wurde die Wahl als Stimmungstest für die Partei von Friedrich Merz gewertet.

Kretschmann geht – und alles wird offener

Mit dieser Wahl endet eine politische Ära. Winfried Kretschmann tritt nach 15 Jahren als Ministerpräsident nicht mehr an. Allein das verändert die Lage grundlegend. Der bisherige Amtsbonus der Grünen fällt weg, gleichzeitig hat Özdemir in den vergangenen Wochen deutlich an Profil gewonnen. Im ZDF-Politbarometer lag er bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten klar vor seinen Konkurrenten.

Trotzdem bleibt offen, ob persönliche Beliebtheit am Ende auch für Platz eins bei den Parteien reicht. Lange sah es so aus, als könnte die CDU die Wahl klarer für sich entscheiden. Doch dieser Vorsprung ist geschmolzen. Genau das macht die Lage nun so heikel: Ein paar Prozentpunkte können darüber entscheiden, wer künftig den Regierungschef stellt.

Viel spricht weiter für Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün

Auch wenn der Wahlkampf oft wie ein Duell wirkte, läuft am Ende vieles auf dieselbe Machtoption hinaus: eine Koalition von CDU und Grünen. Schon die letzten Umfragen ließen kaum eine realistische Konstellation ohne eine dieser beiden Parteien erkennen. Die AfD liegt zwar stabil auf Platz drei, gilt aber nicht als Koalitionspartner. SPD, FDP und Linke kämpfen vor allem um ihre Rolle im künftigen Landtag – und teils auch um die Fünf-Prozent-Hürde.

Für FDP und Linke ist der Sonntag besonders brisant. Beide wurden zuletzt bei 5,5 Prozent gesehen. Schon kleine Verschiebungen könnten also darüber entscheiden, ob sie im neuen Landtag vertreten sind oder draußen bleiben.

Diese Wahl ist auch organisatorisch besonders

Nicht nur politisch ist der Wahltag besonders. Baden-Württemberg wählt 2026 zum ersten Mal mit zwei Stimmen bei einer Landtagswahl: einer Stimme für den Wahlkreiskandidaten und einer für die Landesliste. Zudem ist das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt worden. Nach Angaben des Statistischen Landesamts sind rund 650.000 Menschen Erstwählerinnen und Erstwähler. Insgesamt ist die Zahl der Wahlberechtigten so hoch wie nie zuvor.

Auch die Dimension ist gewaltig: Das Statistische Landesamt veröffentlicht am Wahlabend die vorläufigen Ergebnisse für das Land, die 70 Wahlkreise, 1.101 Städte und Gemeinden sowie mehr als 11.500 Wahlbezirke. Erste Prognosen werden ab 18 Uhr erwartet.

Der Wahlabend dürfte lang werden

Schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass Baden-Württemberg ein echter Wahl-Krimi bevorsteht. Die Umfragen lassen kaum Spielraum für klare Prognosen. Zu eng liegt das Feld an der Spitze zusammen, zu unsicher ist, wie sich taktisches Wählen, die Mobilisierung am Wahltag und die Stimmen der jungen Erstwähler auswirken. Fest steht nur: Der Südwesten bekommt nach dieser Wahl eine neue politische Führung – und möglicherweise ein Ergebnis, das weit über Stuttgart hinaus Folgen hat.

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