Regierung reagiert auf Friedensinitiative
Berlin – Sebastian Hille, Sprecher im Kanzleramt, teilte der dts Nachrichtenagentur mit, dass Deutschland den Brief von Präsident Selenskyj begrüßt. Er betonte, dass Gespräche mit Russland nicht ohne die europäischen Partner und die Vereinigten Staaten stattfinden dürfen.
„Es darf keine Entscheidungen über die Köpfe der Ukraine geben, aber es darf aus unserer Sicht auch keine Entscheidung ohne die Europäer geben“, erklärte Hille. Der deutsche Standpunkt sei klar: Die Ukraine solle nicht allein über ihr Schicksal entscheiden, und jede Verhandlung müsse ein internationales Mandat besitzen.
Russland zeigt laut Regierung keine Verhandlungsbereitschaft
Dennoch sieht Berlin bislang keine Anzeichen dafür, dass Moskau ernsthaft an den Verhandlungstisch tritt. Hille verwies auf fortlaufende Angriffe und betonte, dass Russland belastbare Signale senden müsse, um Frieden zu ermöglichen.
„Im Gegenteil, wir sehen regelmäßig brutale Angriffe“, sagte er und fuhr fort, dass es an Russland liege, den Frieden aktiv zu suchen.
Inhalt von Selenskyjs Brief
Der ukrainische Präsident veröffentlichte den Brief am Donnerstagabend. Darin schreibt er Putin die alleinige Verantwortung für den Krieg zu und hebt die hohen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Kosten für Russland hervor. Selenskyj fordert einen vollständigen Waffenstillstand, einen Gefangenenaustausch nach dem Prinzip „Alle gegen alle“ und die Rückführung verschleppter Zivilisten und Kinder.
Als Verhandlungsort schlägt er neutrale Staaten wie die Türkei, die Schweiz oder ein arabisches Land vor. Sollte Putin das Angebot ablehnen, warnt Selenskyj vor einer weiteren Eskalation und bestätigt, dass die Ukraine weiter kämpfen werde.

