EU-Behörde unter Beobachtung
Brüssel gegen Abend: In der EU-Behörde Enisa kursieren Berichte über den Einsatz künstlicher Intelligenz, um Gefahren durch Hackerangriffe zu analysieren. Offenbar wurden KI-Werkzeuge genutzt, ohne die Nutzungsform deutlich zu kennzeichnen. Forscher der Westfälischen Hochschule fanden zudem, dass in mehreren Textpassagen Links nicht funktionieren. Das berichtet der Spiegel.
„Man hätte nur einmal draufklicken müssen“, sagte Professor Christian Dietrich. „Mich stört maßgeblich, dass eine öffentliche Behörde, die in meinen Augen die sehr wichtige Aufgabe hat, verlässliche, nachvollziehbare Berichte herauszugeben, das in diesem Fall nicht getan hat.“
Die von Juhan Lepassaar geleitete Behörde verfügt über ein Budget von knapp 27 Millionen Euro jährlich. Einem Bericht zufolge wurden KI für „kleinere redaktionelle Überarbeitungen“ eingesetzt, wodurch einzelne Links verändert oder unklar dargestellt wurden. Die Meldung der Beamten hält jedoch fest, dass die Aussagen des Berichts valide bleiben. Enisa spricht von Mängeln und übernimmt Verantwortung, betont aber Transparenz als Kernforderung.
Auswirkungen für Leserinnen und Leser
Für gewöhnliche Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das Thema vor allem eine erhöhte Vorsicht bei Recherchen. Wer auf die betroffenen Passagen klickt, könnte auf nicht erreichbare Links stoßen. Die Meldung der Behörden weist darauf hin, dass menschliche Fehler möglich seien und KI vor allem für kleinere redaktionelle Arbeiten genutzt wurde. Leserinnen sollten mehrere Quellen prüfen.
Der Fall bleibe wichtig, weil er zeige, wie Transparenz bei KI-Einsätzen bewertet werden müsse. Die Berichte würden vom Institut für Internet-Sicherheit als valide bewertet, dennoch bleibe unklar, wo KI tatsächlich eingesetzt wurde. Weitere Details wurden von Enisa auf Anfrage bestätigt.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)