Nachbarkritik im Fokus
Im Podcast der Funke‑Mediengruppe betonte Brantner, dass Deutschland zwar in die eigene Verteidigungsfähigkeit investiere, Nachbarstaaten jedoch die Aufrüstung als Schritt zu einer erneuten Militarisierung interpretieren.
„Zum Glück investieren wir wieder viel in die Verteidigung“, sagte die Co‑Parteivorsitzende der Grünen, fügte jedoch hinzu, dass Kanzler Olaf Scholz das Ziel verfolge, die „stärkste Armee Europas“ zu werden. Dieses Credo registriere man, so Brantner, in den öffentlichen Debatten der Nachbarländer.
Historische Vorgeschichte
Die Angst vor einem „zu starken Deutschland“ sei nach Ansicht der Grünen-Politikerin in vielen europäischen Staaten beständig. Der Rückzug der USA aus Teilen Europas wirke als Katalysator, weil er alte Befürchtungen wiederaufleben lasse – Erinnerungen an Zeiten, in denen Deutschland allein auf der internationalen Bühne stand.
„In meiner Generation fehlt manchmal das Bewusstsein, wie wir in den Nachbarländern gesehen werden“, erklärte Brantner. Sie verwies auf das vertragliche Prinzip, das ihr von den Nachbarn vermittelt werde: „Ihr sollt stark sein, aber nie allein, sondern immer mit uns zusammen.“
Politische Implikationen
Brantner mahnte, dass deutsche Politiker die Balance halten müssen zwischen eigenständiger Verteidigungsfähigkeit und dem Bedürfnis nach europäischer Einbindung. „Nie wieder allein“ sei ein Leitgedanke, der nicht nur historisch, sondern auch strategisch verankert sein müsse.
Ob die Ankündigungen der Bundesregierung zu konkreten Beschaffungsprogrammen die Besorgnis mindern, bleibt abzuwarten. Für Brantner steht klar: Das Gespräch mit den Nachbarn müsse weitergeführt werden, um Missverständnisse zu vermeiden.




