Wasserversorgung zusammengebrochen

Blitzschlag vermutet: Wohnhaus & Stall von Flammen zerstört – Großeinsatz mit Hürden

Foto: Foto: KFV Calw

Bad Wildbad-Meistern – Ein Großbrand hat in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Wohnhaus mit angebauten Stallungen im Bad Wildbader Teilort Meistern zerstört. Als wahrscheinliche Ursache für das Feuer, das die Einsatzkräfte ab 22:51 Uhr forderte, gilt ein Blitzeinschlag während eines Gewitters.

Bewohner und sechs Pferde gerettet

Die beiden Bewohner des Anwesens im Wildbader Weg konnten sich glücklicherweise unverletzt ins Freie retten. Ihnen gelang es zudem noch rechtzeitig, sechs Pferde aus dem brennenden Stall auf eine nahegelegene Koppel zu bringen und sie so vor den Flammen zu schützen.

Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte standen die Stallungen bereits in Vollbrand, und das Feuer hatte begonnen, auf das angrenzende Wohngebäude überzugreifen. Einsatzleiter André Weiss forderte daraufhin umgehend Verstärkung an. Feuerwehren aus Calw, Altensteig, Bad Teinach-Zavelstein und Neuweiler eilten zur Unterstützung nach Meistern.

Großeinsatz mit Hindernissen: Wasser knapp

Insgesamt waren mehr als 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Polizei vor Ort. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch schwierig. „Es gab große Probleme mit der Wasserversorgung, die zwischendurch abbrach“, fasste Einsatzleiter Weiss die Situation zusammen. Um den Bedarf zu decken, mussten Tanklöschfahrzeuge mit insgesamt 37.000 Litern Wasser zur Brandstelle gebracht werden.

Zusätzliche Herausforderungen stellten eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wohnhauses sowie ein Lager mit rund 30 Kubikmetern Holzpellets dar. „Die Verdichtung der Pellets birgt unberechenbares Flammenpotenzial“, erläuterte Weiss die Gefahr.

Hoher Schaden – Einsatz dauert Tage

Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Gegen 01:30 Uhr war der Brand weitgehend unter Kontrolle, Nachlöscharbeiten und eine Brandwache waren jedoch weiterhin erforderlich. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde mit Spezialisten angefordert, um beim sicheren Abtragen des stark beschädigten Gebäudes zu helfen. „Wir werden mindestens bis Sonntagabend die Brandwache aufrecht erhalten, was nur durch Unterstützung weiterer Wehren gewährleistet werden kann“, so Weiss mit Blick auf die lange Einsatzdauer und die Notwendigkeit, den Brandschutz in den Heimatgemeinden der Einsatzkräfte sicherzustellen.

Die Stallungen wurden vom Feuer komplett zerstört Foto: KFV Calw

Die Polizei Pforzheim hat die Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen, geht aber derzeit von einem Blitzschlag aus. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 600.000 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Calw war mit mehreren Streifenwagen im Einsatz.

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