Sprachdefizite als größte Bildungsbarriere
Der INSM-Bildungsmonitor stellt klar, dass der Migrationshintergrund an sich keine negativen Effekte auf die schulische Leistung hat. Das zentrale Problem liegt in den mangelhaften Deutschkenntnissen vieler Kinder, die zu Hause nicht deutsch sprechen und deren Eltern gering qualifiziert sind. Diese Kinder schneiden in den PISA-Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, deutlich schlechter ab als ihre Altersgenossen. Die negativen Auswirkungen setzen sich bis in die Arbeitsmarktintegration fort.
Rückgang bei der frühkindlichen Bildung
Besonders negativ fällt der Rückgang der Kita-Besuche unter Kindern mit Migrationshintergrund auf. Während 2013 noch 85 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder eine Kita besuchten, waren es 2022 nur noch 78 Prozent. Dies verschärft die Sprachdefizite, da die frühkindliche Bildung eine zentrale Rolle bei der Sprachentwicklung spielt. Die Bildungsexperten warnen, dass dieser Rückgang langfristig negative Folgen für die Integration und den Bildungserfolg der betroffenen Kinder haben wird.
Problematische Schulverhältnisse
In Schulen mit hohem Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund kommt es häufig zu einer Überforderung des Lehrpersonals, was sich negativ auf die Bildungsqualität auswirkt. Wenn ein Großteil der Schüler nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt, sinkt das allgemeine Leistungsniveau, was die Chancen dieser Schüler auf Bildungserfolg erheblich mindert. Integrationsexperten fordern daher eine gezielte Unterstützung dieser Schulen, um die negativen Effekte abzufedern und den Schülern bessere Zukunftsperspektiven zu bieten.
Dringender Handlungsbedarf in der Bildungspolitik
Die INSM und die Bildungsökonomen des IW kritisieren die aktuelle Bildungspolitik scharf. Sie fordern eine deutlich stärkere Investition in die frühkindliche Bildung und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien. Ohne solche Interventionen bleiben die negativen Folgen von Sprachdefiziten bestehen, und die Chancen, die Zuwanderung als Ressource für den Arbeitsmarkt zu nutzen, werden vertan. Die Experten mahnen: Es ist höchste Zeit, die Bildungspolitik neu auszurichten und den negativen Trends entgegenzuwirken.



