Wintereinbruch verzögert dringende Bauarbeiten

Bahn-Chaos: Hamburg-Berlin-Strecke bleibt länger gesperrt

Foto: ICE (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Verkehrschaos auf der wichtigen Nord-Süd-Achse: Die Deutsche Bahn muss die angekündigte Wiedereröffnung der ICE-Strecke zwischen Hamburg und Berlin auf unbestimmte Zeit verschieben. Heftiger Wintereinbruch im Norden macht die geplanten Sanierungsarbeiten unmöglich. Reisende und Güterverkehr müssen sich auf weitere Einschränkungen einstellen, die auch andere Strecken betreffen könnten.

Frost statt Fortschritt

Der starke Wintereinbruch in Norddeutschland hat die ambitionierten Zeitpläne der Deutschen Bahn für die Sanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin über den Haufen geworfen. Ursprünglich sollte die wichtige Korridoranbindung bereits Ende April wieder für den Zugverkehr freigegeben werden. Diese Frist ist laut Bahn-Angaben nun nicht mehr haltbar.

Tiefer Frost behindert Arbeiten

Seit Ende Dezember konnten diverse Bauarbeiten witterungsbedingt nicht stattfinden. „Wir haben es mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun“, klagte InfraGO-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte. Speziell das Verlegen von Kabeln für die Signal- und Stellwerkstechnik gestaltet sich schwierig, da die Kabelkanäle vereist und teilweise zugefroren sind. Auf einigen Abschnitten reicht der Bodenfrost bis zu 70 Zentimeter tief. Auch Arbeiten an der Oberleitung und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen sind seit Wochen nicht möglich.

Neues Konzept bis Mitte März

Sobald der Boden wieder aufgetaut ist, müssen die verschobenen Arbeiten neu taktiert und das Personal auf der Baustelle deutlich aufgestockt werden. Bis zum 13. März soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme der Strecke vorliegen. Ziel ist es, eine für Reisende und den Güterverkehr tragbare Lösung zu finden.

Konflikte mit weiteren Baustellen

Die Bahn warnt zudem vor möglichen „Wechselwirkungen“ mit den ab dem 1. Mai geplanten umfangreichen Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover. Eine Anpassung des Zeitplans für die Berlin-Hamburg-Linie könnte Anpassungen bei den Umleitungskonzepten für den Fern- und Güterverkehr nötig machen, um die Mobilität zwischen den beiden größten deutschen Metropolen weiterhin zu gewährleisten.