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Forschungsstandorte im Südwesten

Baden-Württemberg gibt dem DLR 9,7 Millionen Euro für drei Standorte

Baden-Württemberg beteiligt sich 2026 mit 9,7 Millionen Euro an der Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Das Geld stützt Forschung und Transfer an den Standorten Stuttgart, Lampoldshausen und Ulm, an denen zusammen mehr als 1.400 Menschen arbeiten.

Radarsatellit im Orbit als Symbol für die DLR-Forschung in Baden-Württemberg
Radarsatellit im Orbit – Symbolbild zur DLR-Forschung
Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Die 9,7 Millionen Euro sind keine Förderung für ein einzelnes neues Projekt. Sie fließen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in die institutionelle Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Damit trägt das Land einen Teil der laufenden Forschungsinfrastruktur an den drei baden-württembergischen Standorten.

Das DLR beschäftigt bundesweit rund 12.500 Menschen. Mehr als 1.400 davon arbeiten in Stuttgart, Lampoldshausen und Ulm. Die Institute im Südwesten decken ein ungewöhnlich breites Spektrum ab: von Energie- und Verkehrsforschung über Raumfahrtantriebe bis zu Quantencomputing, KI-Sicherheit und neuen Batterien.

Drei Standorte, drei unterschiedliche Schwerpunkte

In Stuttgart arbeiten nach DLR-Angaben mehr als 800 Beschäftigte in sieben Instituten. Sie entwickeln unter anderem Energiespeicher, Wasserstofftechnik, nachhaltige Fahrzeugkonzepte, klimaverträgliche Treibstoffe und Werkstoffe für Luft- und Raumfahrt. Auch Lasersysteme zur Erkennung von Weltraumschrott gehören zum Forschungsprogramm.

Rund 250 Menschen forschen in Lampoldshausen bei Hardthausen am Kocher. Der Standort verfügt über eine europaweit besondere Prüfstandsinfrastruktur für Raketenantriebe. Das dort gewachsene Wasserstoffwissen soll zugleich in Energie und Mobilität übertragen werden. In Ulm liegt der Fokus auf Quantentechnologien, sicheren KI-Systemen und Hochleistungsbatterien. Dort arbeiten DLR, Hochschulen, Start-ups und Industriepartner in der Quantencomputing-Initiative zusammen.

Grundfinanzierung sichert Infrastruktur statt Einzelvorhaben

Der Unterschied ist für die Einordnung wichtig: Projektförderung bezahlt ein konkret abgegrenztes Vorhaben. Grundfinanzierung hält dagegen Institute, Personal und Forschungsanlagen dauerhaft arbeitsfähig. Welche einzelne Entwicklung aus den 9,7 Millionen Euro bezahlt wird, lässt sich aus der Mitteilung deshalb nicht ableiten.

Wie groß der Finanzierungsrahmen des DLR insgesamt ist, zeigen die zuletzt veröffentlichten Zahlen für 2024. Damals lag die Gesamtfinanzierung bei 1,701 Milliarden Euro. 52,9 Prozent entfielen auf institutionelle Grundfinanzierung, 47,1 Prozent auf eingeworbene Drittmittel. Die aktuellen 9,7 Millionen Euro des Landes sind damit ein regionaler Baustein in einer wesentlich größeren Bund-Länder- und Drittmittelfinanzierung.

Für Unternehmen zählt der Zugang zu Forschung und Tests

Wirtschaftlich relevant wird die Förderung dort, wo Firmen Forschungsanlagen, Fachwissen oder gemeinsame Entwicklungsprojekte nutzen können. Das DLR stellt Großforschungsanlagen auch Partnern aus der Wirtschaft zur Verfügung. In Stuttgart geht es beispielsweise um Energie, Mobilität und Materialien. Lampoldshausen arbeitet eng mit kleinen und mittleren Unternehmen an Raumfahrt- und Wasserstofftechnik. In Ulm sollen Quantencomputer und neue Anwendungen gemeinsam mit Industrie und Deep-Tech-Start-ups entstehen.

Das Land ordnet die Finanzierung deshalb in seine Hightech-Strategie ein. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl der geförderten Institute, sondern ob Forschung in marktfähige Technik übersetzt wird. Einen konkreten Zielwert für neue Produkte, Ausgründungen oder Unternehmenskooperationen nennt die aktuelle Mitteilung allerdings nicht.

Die Grundfinanzierung ergänzt die breitere Luft- und Raumfahrtstrategie Baden-Württembergs. Sie schafft keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg. Ohne dauerhaft finanzierte Institute, Prüfstände und Fachkräfte gäbe es jedoch deutlich weniger Möglichkeiten, neue Technologien im Land bis zur industriellen Anwendung zu bringen.

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