Elektromobilität: Auf der Bremse

Autoland Baden-Württemberg: Etwas mehr E-Autos auf den Straßen, aber Verbrenner noch klar vorn!

Mercedes GLE 350 de 4MATIC

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Baden-Württemberg bleibt dem Auto treu, doch die Begeisterung für Elektrofahrzeuge scheint sich abzukühlen. Neue Zahlen zeigen, dass der Fahrzeugbestand im Südwesten Deutschlands weiter wächst, aber der erhoffte Boom bei den Elektroautos lässt auf sich warten. Während herkömmliche Verbrennungsmotoren weiterhin die Straßen dominieren, zeigt sich bei den alternativen Antrieben ein differenziertes Bild.

Autos bleiben der Renner – Baden-Württemberg im Fahrzeugboom

Der Fahrzeugbestand in Baden-Württemberg wächst unaufhaltsam weiter. Zum 1. Januar 2024 waren knapp 8,6 Millionen Fahrzeuge zugelassen – ein Plus von 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Großteil davon entfällt auf Personenkraftwagen (Pkw), die mit 6,9 Millionen Fahrzeugen rund 81 % des gesamten Fahrzeugbestands ausmachen. Die Liebe der Baden-Württemberger zum Auto ist ungebrochen, doch was sich unter der Motorhaube abspielt, bleibt größtenteils konventionell.

Elektroautos: Der Hype flacht ab

Der erhoffte Elektro-Boom lässt auf sich warten. Zwar sind mittlerweile 229.556 reine Elektrofahrzeuge auf den Straßen des Bundeslands unterwegs, doch das entspricht nur einem Anteil von 3,3 % am gesamten Pkw-Bestand. Das Wachstum ist da, aber es verlangsamt sich. Viele Menschen setzen weiterhin auf herkömmliche Antriebe, und die Zahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen stagniert. Die großen Erwartungen an eine rasante Wende hin zur Elektromobilität scheinen sich zumindest vorerst nicht zu erfüllen.

Hybride im Aufwind, aber Verbrenner dominieren

Während reine Elektroautos stagnieren, haben Hybride etwas besseren Zuwachs zu verzeichnen. Sie machen mittlerweile 6,4 % des Pkw-Bestands aus, doch auch hier bleibt das Wachstum hinter den Erwartungen zurück. Mit einem Anteil von 89,7 % dominieren klassische Verbrennungsmotoren nach wie vor die Straßen in Baden-Württemberg. Der Rückgang bei den herkömmlichen Motoren ist mit 1,5 % zwar vorhanden, aber alles andere als dramatisch. Der Wandel hin zu alternativen Antrieben bleibt insgesamt verhalten.

Regionale Unterschiede: Wo die Zukunft stockt

Ein genauer Blick auf die Region zeigt: In ländlichen Kreisen wie dem Hohenlohekreis und dem Landkreis Heilbronn sind die Straßen besonders voll, hier gibt es die höchste Pkw-Dichte. Doch auch hier setzen die Menschen weiterhin überwiegend auf Verbrennungsmotoren. In städtischen Gebieten wie Heidelberg und Freiburg im Breisgau, wo die Pkw-Dichte geringer ist, steigt der Anteil an Elektrofahrzeugen zwar etwas schneller, aber der erhoffte Schub bleibt auch hier aus. Es scheint, als würden selbst die fortschrittlicheren Regionen noch zögern, vollständig auf alternative Antriebe umzusteigen.

Fazit: Der Wandel braucht Zeit

Baden-Württemberg bleibt ein Autoland, doch der große Wandel hin zu Elektrofahrzeugen und alternativen Antrieben stockt. Während der Fahrzeugbestand insgesamt weiter wächst, verliert der Hype um E-Autos an Schwung. Die Zukunft der Mobilität könnte grüner werden, aber sie kommt langsamer als gedacht. Der Weg in eine nachhaltigere Verkehrszukunft ist noch lang – und wird vermutlich weniger rasant verlaufen, als viele gehofft hatten.