Mehr Asylanträge in Frankreich und Spanien
Deutschland verzeichnet im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Einbruch bei den Asylanträgen. Fast ein Viertel weniger Schutzgesuche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – das sind insgesamt nur 28.922 Anträge. Dies bedeutet einen historischen Tiefstand und einen Rückfall in der europäischen Rangliste: Erstmals seit 2015 rangiert Deutschland damit auf Platz vier, nachdem das Land zuvor jahrelang die Spitzenposition innehatte.
EU-Zahlen enthüllen neue Verteilung
Die Daten stammen aus einem Bericht der EU-Asylagentur (EUAA) und liegen der „Welt am Sonntag“ vor. Demnach wurden in der gesamten EU samt Norwegen und der Schweiz (EU+) im selben Zeitraum 173.082 Asylanträge gestellt, ein Rückgang von 18 Prozent. Frankreich führt die Statistik nun an, gefolgt von Spanien und Italien. An den unteren Ende finden sich Ungarn und die Slowakei mit nur wenigen Anträgen.
Rückgang bei Syrern und Ukrainern
Als wesentlicher Grund für den Rückgang in Deutschland werden Experten die geringere Zahl von Anträgen aus Syrien und der Ukraine genannt. Diese Länder waren in der Vergangenheit oft die Hauptzielländer – insbesondere für syrische Geflüchtete. Nur noch neun Prozent der syrischen Schutzgesuche erreichten Deutschland im ersten Quartal. Stattdessen stellen nun Afghanen den größten Anteil der Antragsteller in Deutschland (38 Prozent). Die Zahl der syrischen Schutzgesuche in der EU+ sank um 63 Prozent auf 5.556, bei Ukrainern betrug der Rückgang 57 Prozent auf 4.073 Anträge. Aktuell leben in Deutschland rund 940.000 syrische Staatsangehörige.

