Ehen sind wieder etwas stabiler

Annähernd 40 % der Ehen in Baden-Württemberg werden geschieden!

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In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2024 16.591 Ehen geschieden – darunter 156 gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts hervor. Zwar ist das ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2023: 15.761 Scheidungen), doch langfristig betrachtet zeigt sich ein deutliches Plus: Seit 1980 ist die Zahl der Scheidungen um 29 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wird deutlich: Auch langjährige Ehen sind zunehmend betroffen.

Das verflixteste Jahr? Das achte!

Statistisch betrachtet werden die meisten Ehen im 8. Ehejahr geschieden – konkret waren es 902 im Jahr 2024. Direkt dahinter folgt das sogenannte „verflixte siebte Jahr“ mit 879 Scheidungen. In der Realität dürfte die Trennung oft bereits ein Jahr früher erfolgt sein – denn vor dem endgültigen Scheidungsurteil steht in der Regel ein Jahr Trennungszeit. Das bedeutet: Faktisch ist das siebte Ehejahr das kritischste.

Durchschnittlich 16 Jahre bis zur Trennung

Im Schnitt hielten die im Jahr 2024 geschiedenen Ehen etwa 16 Jahre. Doch in vielen Fällen dauert das Zusammenleben deutlich länger: Jede sechste Ehe wurde nach mehr als 25 Jahren aufgelöst. Besonders bemerkenswert: 12 Paare ließen sich im Jahr ihrer Goldenen Hochzeit scheiden, also nach 50 Ehejahren. Weitere 335 Ehen wurden im Jahr der Silberhochzeit (25 Jahre) geschieden – das zeigt, dass auch sehr lange Ehen nicht vor dem Aus gefeit sind.

Ehen aus den 60er-Jahren hielten länger

Ein Blick zurück zeigt, dass die Scheidungswahrscheinlichkeit mit jeder jüngeren Generation von Ehepaaren gestiegen ist. Von den im Jahr 1960 geschlossenen Ehen wurden lediglich 15 Prozent geschieden. Beim Heiratsjahrgang 1970 lag die Quote bereits bei 25 Prozent, bei den 1980er-Ehen schon bei 33 Prozent. Wer 1995 heiratete, hat heute – nach 29 Ehejahren – mit einer Scheidungsquote von 38 Prozent zu kämpfen. Die Prognose für diesen Jahrgang liegt bei annähernd 40 Prozent.

Hoffnung auf Trendwende?

Immerhin: Ein leichter Trend zur Stabilisierung ist erkennbar. So wurden von den 2005 geschlossenen Ehen bislang nur knapp 29 Prozent geschieden – und das, obwohl der Wert bei den Jahrgängen 1995 und 2000 zum gleichen Zeitpunkt bereits bei 38 bzw. 32 Prozent lag. Das deutet darauf hin, dass jüngere Ehen wieder etwas beständiger werden könnten.

Fazit: Auch wenn die Zahl der Scheidungen insgesamt hoch bleibt, gibt es erste Hinweise, dass sich die Trendkurve zumindest verlangsamt. Ob daraus ein echter gesellschaftlicher Wandel wird, bleibt abzuwarten.

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