Mehr Fragen, neue Formate

Alles zur neuen Führerscheinprüfung ab April: Das müssen Fahrschüler jetzt wissen!

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Zum 1. April 2025 wird der Fragenkatalog für die theoretische Führerscheinprüfung umfassend überarbeitet. Fahrschüler müssen sich auf neue Inhalte, einen neuen Fragetyp und mehr Fragen einstellen. Ziel ist es laut TÜV-Verband, die Prüfung stärker an die Realität auf deutschen Straßen anzupassen.

„Die Prüfung muss die Realität auf unseren Straßen widerspiegeln“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

In den neuen Fragen finden sich unter anderem Themen wie E-Scooter, Lastenräder, Pedelecs und gesetzliche Änderungen wie der neue THC-Grenzwert wieder. Auch veraltete oder nicht mehr relevante Inhalte wurden gestrichen oder überarbeitet.

Neuer Fragentyp: Abbildungsaufgaben

Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung sogenannter Abbildungsaufgaben. Dabei werden Verkehrssituationen bildlich dargestellt, und es müssen mehrere zutreffende Antworten ausgewählt werden. Laut TÜV-Verband bietet dieser Fragetyp eine präzisere Wissensüberprüfung.

„Diese gewährleisten eine objektive Bewertung des erworbenen Wissens in der Prüfung“, erklärt Zaneta. Grundlage ist ein psychometrisches Prüfverfahren, das jede neue Frage durchläuft.

So läuft die Theorieprüfung künftig ab

Für die Führerscheinklasse B gelten weiterhin 30 Fragen pro Prüfung – 20 aus dem allgemeinen Grundstoff und 10 aus dem klassenspezifischen Bereich. Die Bewertung erfolgt über ein Punktesystem:

Fehlerpunkte-Regelung:

  • Für falsche Antworten gibt es je nach Frage 2 bis 5 Fehlerpunkte
  • Maximal 10 Fehlerpunkte sind erlaubt
  • Zwei Fünf-Punkte-Fehler führen automatisch zum Nichtbestehen

Wer also bei zwei besonders wichtigen Fragen – etwa zur Vorfahrt – danebenliegt, fällt unabhängig vom Rest durch.

Für die Klassen C (Lkw) und D (Bus) steigt die Zahl der Prüfungsfragen auf 37 bzw. 40. Die maximale Fehlergrenze bleibt aber auch hier bei zehn Punkten.

Öffentliche Fragen sorgen für Transparenz

Der deutsche Fragenkatalog ist im europäischen Vergleich besonders umfangreich. Während in Ländern wie Frankreich nur etwa 1.040 Fragen existieren – und diese nicht öffentlich einsehbar sind – umfasst der deutsche Katalog 1.197 Aufgaben, die vollständig zugänglich sind.

„Obwohl der Fragenkatalog in Deutschland auf den ersten Blick sehr umfangreich erscheint, hat das deutsche System einen entscheidenden Vorteil: Alle Prüfungsfragen sind öffentlich zugänglich und werden exakt so im theoretischen Unterricht gelehrt“, sagt Zaneta.

Jüngere Fahrschüler schneiden deutlich besser ab

Laut TÜV-Statistik wurden 2024 rund 1,6 Millionen Theorieprüfungen der Klasse B abgelegt. Dabei fällt auf: Je jünger die Prüflinge, desto höher die Erfolgsquote.

Die Zahlen zeigen:

  • Unter 18-Jährige haben eine Nichtbestehensquote von 36 Prozent
  • Der Durchschnitt über alle Altersgruppen liegt bei 45 Prozent
  • Bei der praktischen Prüfung liegt die Durchfallquote der Jüngsten sogar nur bei 24 Prozent

Eine mögliche Erklärung: Junge Menschen sind Prüfungsformate aus Schule und Ausbildung gewohnt, lernen strukturiert und effizient.

Tipps für eine erfolgreiche Theorieprüfung

Wer gut vorbereitet in die Prüfung gehen möchte, sollte folgende Hinweise beachten:

  • Frühzeitig mit dem Lernen beginnen – nicht erst kurz vor dem Prüfungstermin
  • Mit aktuellen Fragen lernen – der neue Katalog ist vollständig online einsehbar
  • Verstehen statt Auswendiglernen – viele Fragen testen das Verständnis, nicht nur Fakten
  • Den eigenen Lernstand prüfen – digitale Lernstandstests helfen beim Einschätzen
  • In der Prüfung Ruhe bewahren – Stress kann zu Flüchtigkeitsfehlern führen

Weitere Informationen und Übungen:

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