Wärmepumpen sind „günstiger“ zu heizen
Kay Gottschalk, stellvertretender Vorsitzender der AfD, hat in einem Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ seine persönlichen Erfahrungen mit Wärmepumpen und Elektroautos geteilt. Diese Offenheit bricht mit manch festgefahrener Debatte innerhalb und außerhalb seiner Partei. „Ich habe seit einem Jahr eine Wärmepumpe, seit vier Jahren eine Photovoltaik-Anlage, eine Batterie als Heimspeicher und ich fahre ein Elektroauto eines deutschen Herstellers, von dem ich wirklich begeistert bin“, sagte Gottschalk.
Er betonte die Kostenvorteile: „Günstiger als mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Haus nicht heizen.“ Auch die oft geäußerte Kritik, dass Wärmepumpen nur mit Fußbodenheizung funktionieren, wies Gottschalk zurück.
Debatten über EU-Austritt und Agrarsubventionen
Abseits der persönlichen Technik-Affinität, mahnt Gottschalk intern auch zur Sachlichkeit. Der von der Partei 2022 beschlossene Austritt Deutschlands aus der EU („Dexit“) stößt nach seiner Einschätzung nicht mehr auf mehrheitliche Zustimmung. Seine Partei müsse sich „ehrlich machen“.
Stattdessen fordert er ein Ende der EU-Agrarsubventionen. „Die Bauern benötigen keine Subventionen“, so Gottschalk.
Rentenpolitik: Mehr Eigenvorsorge statt Angleichung
Auch in der Rentenpolitik sieht der AfD-Vize Änderungsbedarf. Das Ziel, das deutsche Rentenniveau an das österreichische von 70 Prozent anzugleichen, wird von ihm kritisch hinterfragt. „Wir werden viel stärker auf Eigenvorsorge und Kapitaldeckung setzen müssen“, erklärte er.
Als mögliche Bausteine für eine kapitalgedeckte Rentenform schlägt Gottschalk die Einzahlung eines Teils des Kindergeldes in einen Staatsfonds vor, der das Geld am Kapitalmarkt anlegen soll. Auch die Einnahmen aus der Autobahnmaut könnten in einen solchen Fonds fließen.
Keine pauschale Erhöhung des Rentenalters
Gleichzeitig zeigt sich Gottschalk differenziert bei der Frage nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters. „Rechtsanwälte, Architekten, Controller, Software-Ingenieure oder Journalisten können länger arbeiten als bis 65, Handwerker vielleicht nicht“, erläuterte er.
Lob für GroKo-Maßnahmen – aber nicht weit genug
Überraschenderweise fand Gottschalk auch lobende Worte für die Jahresbilanz der Großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er nannte die Senkung der Körperschaftssteuer und der Energiesteuer sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale als positive Maßnahmen. Diese gingen jedoch seiner Meinung nach „jeweils nicht weit genug“.



