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Franziskus bricht nach seinem Tod mit Tradition

Papst Franziskus (88) ist Tot! Wie es jetzt im Vatikan weiter geht

Papst Franziskus

Foto: Lula Oficial - 14.06.2024 - Encontro com Sua Santidade o Papa Francisco, CC BY-SA 2.0, Link

Mit dem Tod von Papst Franziskus (†88) am Ostermontag beginnt im Vatikan eine streng geregelte und zutiefst symbolische Phase, die kaum jemand kennt: die sogenannte Sedisvakanz. Während die Welt trauert, läuft hinter den Mauern des Kirchenstaats ein uralter, geheimnisvoller Plan an.

Wer übernimmt die Macht? Was passiert mit dem Ring des Papstes? Und wie läuft die Papstwahl im streng abgeschotteten Konklave wirklich ab? Jetzt wird es ernst in Rom – und die Welt blickt gespannt auf den schwarzen und weißen Rauch über der Sixtinischen Kapelle.

Was passiert, nach dem Tod von Papst Franziskus? Geheimplan im Vatikan!

Mit dem Tod des Papstes beginnt die sogenannte „Sedisvakanz“, die Zeit der Vakanz des Heiligen Stuhls. Die Leitung der katholischen Kirche übernimmt dann das Kardinalskollegium, ein Gremium von Kardinälen, die vom Papst ernannt wurden. Ihr wichtigster Job: die Wahl eines neuen Papstes!

Kurios: Um den Tod des Papstes festzustellen, wurde früher mit einem Hämmerchen auf seine Stirn geklopft. Ob er noch atmet, wurde mit einer Feder über seinem Gesicht geprüft.

Das Konklave – so heißt die geheime Wahlversammlung – findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in der Sixtinischen Kapelle statt. Kein Kontakt zur Außenwelt, keine Handys, kein Internet – die Kardinäle sind komplett abgeschirmt. Alles streng geheim!

Blick in den Kapellenraum der Sixtinischen Kapelle mit Altar
Foto: Burkhard Mücke – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Camerlengo: Der heimliche Papst-Boss

Während die Kardinäle um die Nachfolge ringen, übernimmt der Camerlengo, der Kardinalkämmerer, die Leitung des Vatikans. Er ist sozusagen der Papst-Boss in der Übergangszeit! Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Zerstörung des päpstlichen Siegelrings – ein symbolischer Akt, der den Machtwechsel im Vatikan verdeutlicht.

Der strenge Ablauf nach dem Tod eines Papstes

Ist der Tod bestätigt, folgt:

  • Die Schließung der päpstlichen Gemächer
  • Das Verfassen der offiziellen Sterbeurkunde
  • Die Zeremonie des „Fisherman’s Ring“-Bruchs, bei der das Siegel des Papstes zerstört wird, um Fälschungen zu verhindern

Danach beginnt eine neuntägige Trauerzeit (Novemdiales), damit die Gläubigen Abschied nehmen können.

Franziskus bricht mit Tradition

Der Leichnam von Papst Franziskus wird bald nach seinem Tod aufgebahrt. Traditionell erfolgt die Aufbahrung im Petersdom, wo der Körper des Papstes öffentlich zur Abschiednahme ausgestellt wird​. Tausende Gläubige werden im Petersdom am Sarg vorbeiziehen, viele in Tränen, manche mit Rosenkränzen in den Händen. Früher lag der Papst auf einem erhöhten Katafalk, mit all seinen Insignien, damit die Gläubigen ihn gut sehen konnten – doch Franziskus hat hier Änderungen verfüg.

Kardinal Mauro Gambetti besprengt den Leichnam von Benedikt XVI. mit Weihwasser
Foto: Agência Lusa – "Papa Bento XVI em câmara ardente" (0m 17s), CC BY 3.0, Link

Sein Leichnam soll nicht mehr auf einem hohen Podest präsentiert werden, und sogar der traditionelle päpstliche Hirtenstab (Bischofsstab), der sonst neben dem Sarg aufgebahrt wurde, entfällt​. Alles wirkt etwas schlichter, doch die Anteilnahme der Menschen wird überwältigend sein.

Das letzte Geleit: Beerdigung im Zeichen der Tradition – oder Bruch damit?

Die Beisetzung des Papstes erfolgt nach festem Zeremoniell – und doch hat Franziskus auch hier möglicherweise einen Traditionsbruch vorbereitet.

Bisherige Praxis: Ein Papst wird zwischen dem vierten und sechsten Tag nach seinem Tod beigesetzt. Sein Leib kommt in einen dreifachen Sarg​: zuerst ein Innensarg aus Zypressenholz (Symbol der Vergänglichkeit), dieser wird in einen luftdicht verlöteten Bleisarg gesteckt (als Schutz vor Verfall), und außen herum kommt ein Prunksarg aus Eichen- oder Nussbaumholz​. Dieses dreifache Sarg-System wurde bei praktisch allen Päpsten des letzten Jahrhunderts so praktiziert – zu sehen etwa 2005, als der schlichte Zypressensarg von Johannes Paul II. bei der Trauermesse im Wind bebte. Anschließend wird der äußere Holzsarg in den vatikanischen Grotten unter dem Petersdom beigesetzt, wo viele Vorgänger ruhen. Kein Fotografieren! Am Sterbebett des Papstes gilt striktes Fotografierverbot – letzte Bilder des toten Papstes dürfen nur mit Erlaubnis des Camerlengo gemacht werden. Die Welt soll den Pontifex in würdiger Erinnerung behalten.

Doch Franziskus wäre nicht Franziskus, wenn er nicht auch hier eigene Akzente setzen würde.

Im April 2024 hat er die vatikanischen Bestattungsriten modernisiert. Demnach wird auf die drei Särge verzichtet – stattdessen ein einziger Holzsarg mit einfachem Metalleinsatz verwendet​. Auch soll die Beisetzung nicht zwingend im Petersdom erfolgen: Franziskus hat überraschend geäußert, er möchte nach seinem Tod in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt werden​. Das wäre ein Novum in der Neuzeit – ein Papst, der nicht im Petersdom seine letzte Ruhe findet! Sollte dieser Wunsch tatsächlich umgesetzt werden, wäre es ein stiller Paukenschlag und würde zeigen, wie sehr Franziskus auch im Tod seinen persönlichen Bescheidenheitskurs fortsetzt.

Die Welt wird jedenfalls zusehen: Staats- und Regierungschefs, Royals, Millionen Gläubige – alle werden zum Begräbnis erwartet, sollte es so weit kommen. Auf dem Petersplatz (oder bei Santa Maria Maggiore, falls dort die Trauerfeier stattfände) werden Zehntausende beten, weinen und Abschied nehmen. In diesem Moment endet die Trauer und der Blick richtet sich nach vorne: Wer wird der neue Papst? Diese Frage drängt unmittelbar nach dem letzten Amen der Beisetzungszeremonie in den Vordergrund.

Wann wird ein neuer Papst gewählt?

Frühestens 15 Tage und spätestens 20 Tage nach dem Tod des Papstes versammeln sich die Kardinäle im Konklave in der Sixtinischen Kapelle. Dort erfolgt die geheimnisvolle Papstwahl – bis ein Kandidat mindestens zwei Drittel der Stimmen erhält.

Bekanntgegeben wird die Wahl mit dem weltberühmten „Habemus Papam“ vom Balkon des Petersdoms. Bis dahin beobachtet die Welt den Schornstein der Sixtinischen Kapelle:

  • Schwarzer Rauch = Kein neuer Papst gewählt
  • Weißer Rauch = Der neue Papst steht fest

Papst-Wahl: Intrigen & Machtkämpfe

Die Geschichte der Papstwahlen ist voller Dramatik und Intrigen. Früher mischten sich sogar Könige und Kaiser in die Wahl ein. Um Skandale zu vermeiden, legte Papst Nikolaus II. im Jahr 1059 fest, dass nur noch die Kardinäle den Papst wählen dürfen.

Die Dauer der Papstwahl ist jedes Mal ein Glücksspiel. Das längste Konklave dauerte fast drei Jahre (1268-1271)! Die Kardinäle konnten sich nicht einigen, wurden in Viterbo eingesperrt und bekamen sogar das Dach über dem Kopf abgerissen. Erst als sie Hunger litten, wählten sie endlich einen neuen Papst.

Wer wird der nächste Papst? Die heißesten Kandidaten

Die Frage aller Fragen: Wer wird Nachfolger von Franziskus? Im Vatikan wird schon fleißig spekuliert! Als „papabile“ – also papstwürdig – gelten unter anderem:

  • Pietro Parolin: Der Kardinalstaatssekretär gilt als gemäßigt und steht für eine Fortsetzung des Franziskus-Pontifikats. Er kennt den Vatikan und die Weltkirche wie seine Westentasche.
  • Jean-Claude Hollerich: Der Erzbischof von Luxemburg gilt als progressiv und ist ein enger Berater von Franziskus.
  • Matteo Zuppi: Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz ist ein erfahrener Diplomat und Vermittler.
  • Peter Erdö: Der Erzbischof von Esztergom-Budapest ist ein konservativer Kirchenrechtler.
  • Fridolin Ambongo: Der Erzbischof von Kinshasa ist die Stimme der afrikanischen Kardinäle.
  • Pierbattista Pizzaballa: Der Patriarch von Jerusalem ist ein geschickter Diplomat im Nahen Osten.

Wer am Ende das Rennen macht, ist völlig offen. Die Entscheidung fällt im Konklave – und die ist streng geheim!

Was bedeutet der Tod des Papstes für die Welt?

Der Tod eines Papstes ist ein Ereignis von weltweiter Bedeutung. Nicht nur die Gläubigen trauern, auch Politiker aus aller Welt kondolieren. Der Vatikan spielt schließlich eine wichtige Rolle in der internationalen Politik.

Die Kirche im Wandel: Was bringt die Zukunft?

Die nächste Papstwahl wird die katholische Kirche im 21. Jahrhundert prägen. Missbrauchsskandale, die Rolle der Frau in der Kirche, der Umgang mit Homosexualität – die Herausforderungen sind riesig! Der neue Papst wird Antworten auf diese Fragen finden müssen.

Eines ist sicher: Der Tod von Papst Franziskus wird die Welt verändern. Es bleibt spannend, wer sein Nachfolger wird und wohin er die katholische Kirche führen wird.elt verändern. Es bleibt spannend, wer sein Nachfolger wird und wohin er die katholische Kirche führen wird.

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