Mit einer Kriminalitätsbelastung von 4.882 Straftaten pro 100.000 Einwohner bleibt das Land auf einem niedrigen Niveau. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 60,3 Prozent. „Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis harter Arbeit“, betonte Strobl.
Mehr politisch motivierte Straftaten
Sorgen bereitet den Behörden der deutliche Anstieg politisch motivierter Straftaten. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34,4 Prozent auf 6.526 Fälle – ein Höchststand im Zehnjahresvergleich. Ein Grund dafür seien die Europa- und Kommunalwahlen im Juni 2024: Allein 1.273 Fälle stehen in direktem Zusammenhang mit den Wahlkämpfen, darunter viele Sachbeschädigungen und Diebstähle von Wahlplakaten.
„Politisch motivierte Kriminalität – egal welcher Couleur – ist ein Angriff auf unsere Demokratie“, so Strobl. „Wir müssen unsere Demokratie schützen: Wehret den Anfängen.“
Leichte Zunahme bei Messerangriffen
Im öffentlichen Raum ist die Zahl der Straftaten ebenfalls leicht gesunken – auf rund 241.000 Fälle. Gleichzeitig stieg die Zahl der Messerangriffe um 3,2 Prozent auf etwa 1.300 Fälle. Bei knapp 40 Prozent handelte es sich um Bedrohungen, ein Drittel waren gefährliche Körperverletzungen, 20 Prozent Raubdelikte. 75,6 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden.
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Messerangriffen im öffentlichen Raum lag bei über 52 Prozent. Rund 200 Tatverdächtige waren laut Polizei Asylsuchende oder Geflüchtete.
Innenminister kritisiert Cannabis-Legalisierung
Strobl übte Kritik an der geplanten Legalisierung von Cannabis durch den Bund: „Mit der Legalisierung wiegen wir uns in falscher Sicherheit, einer Scheinsicherheit – schaffen gravierende Probleme an anderer Stelle.“ Die Legalisierung sei ein „Doppelwumms für die Organisierte Kriminalität“.
Cyberkriminalität nimmt deutlich zu
Die Cyberkriminalität ist im Jahr 2024 deutlich gestiegen. Die Polizei registrierte rund 15.000 Fälle – ein Plus von 10,8 Prozent. Der finanzielle Schaden belief sich auf rund 17,7 Millionen Euro. Auch Straftaten mit IT-Bezug – etwa Phishing, Datenklau oder Betrug – stiegen um 6,4 Prozent auf rund 46.000 Fälle. Mehr als die Hälfte der Taten sind Betrugsdelikte.
„Cybercrime, Cyberspionage und Cybersabotage – das sind gigantische Herausforderungen unserer Zeit“, so Strobl.
Weniger Anrufbetrug – Aufklärung wirkt
Erfreulich ist die Entwicklung bei betrügerischen Anrufen wie dem „Enkeltrick“ oder „Schockanrufen“. Diese gingen um 16,7 Prozent zurück, auf 8.780 Fälle. Der Schaden sank um rund 15 Prozent auf 18,4 Millionen Euro. „Unsere Maßnahmen wirken – das zeigt sich auch in den Zahlen“, so Strobl.
Gewalt gegen Polizei auf Höchststand
Zugenommen hat die Gewalt gegen Polizeibeamte: 6.400 Straftaten wurden 2024 gezählt, ein Plus von 7,2 Prozent. Rund 2.784 Beamtinnen und Beamte wurden verletzt. Auch die Zahl der Messerangriffe auf Polizisten stieg leicht. Seit 2024 fließen auch sexuelle Beleidigungen gegen Beamte in die Statistik ein – knapp 500 Fälle allein in diesem Jahr.
Antisemitische Straftaten bleiben hoch
Die Zahl antisemitischer Straftaten lag 2024 bei 590 – leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr (668), aber weiterhin auf hohem Niveau. Der tödliche Angriff auf den Polizisten Rouven Laur am 31. Mai 2024 in Mannheim zeigt laut Strobl, „welches Gefährdungspotenzial in der religiösen Ideologie steckt“.
Um gegen Extremismus vorzugehen, wurde das neue Staatschutz- und Anti-Terrorismuszentrum Baden-Württemberg (SAT BW) gegründet. Ziel ist es, Informationen besser zu bündeln und Gefährder frühzeitig zu erkennen.




