Sieg mit einem Wermutstropfen

VfB Stuttgart schlägt Everton 3:1: Starker Auftritt – doch die Sorge gilt Zagadou

Der VfB Stuttgart hat im Test gegen den englischen Premier-League-Klub FC Everton ein Ausrufezeichen gesetzt. Vor 43.000 Zuschauern gewannen die Schwaben mit 3:1 und erspielten sich vor allem nach der Pause zahlreiche Möglichkeiten. Nikolas Nartey, Ramon Hendriks und Badredine Bouanani trafen für den VfB, Everton verkürzte zwischenzeitlich per Elfmeter. Getrübt wurde der überzeugende Auftritt durch die angeschlagene Auswechslung von Dan-Axel Zagadou.

VfB Stuttgart schlägt Everton 3:1: Starker Auftritt – doch die Sorge gilt Zagadou

Bild: AI

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Nartey bringt den VfB früh auf Kurs

Stuttgart begann mit viel Ballbesitz und übernahm zunächst die Kontrolle. Die erste große Belohnung folgte in der 16. Minute: Nikolas Nartey drang über rechts in den Strafraum ein, zog auf seinen linken Fuß und schoss den Ball wuchtig unter die Latte. Das 1:0 passte zu einer Anfangsphase, in der der VfB spielerisch den stärkeren Eindruck machte.

Everton fand danach allerdings besser in die Partie. Beto bekam nach einem riskanten Pass von Fabian Bredlow eine gute Gelegenheit, später blockte Finn Jeltsch gegen Carlos Alcaraz einen gefährlichen Abschluss. In der 35. Minute traf Tyler Dibling aus der Distanz sogar den Außenpfosten. Stuttgart hatte in dieser Phase die Kontrolle teilweise abgegeben, fing sich vor der Pause aber wieder. Jeltsch zwang Everton-Keeper Mark Travers mit einem starken Kopfball zu einer Parade, kurz darauf scheiterte Lazar Jovanovic ebenfalls am Torhüter.

Sorge um Dan-Axel Zagadou

Der sportlich größte Wermutstropfen ereignete sich schon in der ersten Hälfte. Dan-Axel Zagadou erreichte in der 27. Minute eine scharfe Hereingabe nicht und fasste sich anschließend in den Bereich von Knie und Oberschenkel. Der Innenverteidiger musste das Spielfeld verlassen und wurde in der 33. Minute durch Ameen Al-Dakhil ersetzt.

Wie schwer die Beschwerden sind, ging aus den vorliegenden Informationen zunächst nicht hervor. Für den VfB ist die weitere Entwicklung besonders relevant, weil Zagadou in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Eine Diagnose lag unmittelbar nach dem Spiel noch nicht vor.

Stuttgart dreht nach der Pause auf

Nach dem Seitenwechsel zeigte der VfB seine beste Phase. Everton-Keeper Travers musste bereits in der 48. Minute innerhalb einer einzigen Szene gegen Tiago Tomas, Bouanani und Jovan Milosevic eingreifen. Wenige Minuten später zog Chris Führich nach innen und traf mit seinem Abschluss den Außenpfosten.

Trainer Sebastian Hoeneß wechselte nach gut einer Stunde umfangreich. Unter anderem kamen Deniz Undav, Ermedin Demirovic, Atakan Karazor, Josha Vagnoman, Leonidas Stergiou und Ramon Hendriks ins Spiel. Der Effekt war schnell sichtbar: Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung stand Hendriks nach einer Ecke frei und köpfte in der 65. Minute zum 2:0 ein.

Everton verkürzt per Elfmeter

Eigentlich hatte Stuttgart zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr vom Spiel, trotzdem kam Everton noch einmal heran. In der 72. Minute war Thierno Barry einen Moment vor Bredlow am Ball, der VfB-Torhüter verursachte den Strafstoß. Barry trat selbst an, schickte Bredlow in die falsche Ecke und verkürzte auf 2:1.

Der Treffer brachte Stuttgart allerdings nicht entscheidend aus dem Rhythmus. Die Mannschaft blieb offensiv aktiv und hatte weitere Chancen auf den dritten Treffer. Besonders deutlich wurde das in der 83. Minute: Bouanani setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte an den Fünfmeterraum, wo Demirovic per Kopf nur die Latte traf. Nach Führichs Pfostenschuss war es bereits der zweite Aluminiumtreffer des VfB.

Bouanani setzt in der Nachspielzeit den Schlusspunkt

In der Schlussphase drängte Stuttgart weiter nach vorne. Karazor und Vagnoman suchten ebenfalls den Abschluss, ehe Bouanani in der Nachspielzeit den verdienten Schlusspunkt setzte. Stergiou brachte den Ball dynamisch in die Mitte, der einlaufende Bouanani nahm ihn direkt und schob ihn ins lange Eck. Das 3:1 in der 90.+1 Minute entschied die Partie endgültig.

Everton kam danach noch zu mehreren Abschlüssen nach einer Ecke. Der inzwischen eingewechselte Marius Funk verhinderte mit zwei Paraden einen weiteren Gegentreffer. Kurz darauf war Schluss: Der VfB hatte einen Premier-League-Klub verdient besiegt und sich vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich mehr Chancen erspielt.

Zwei Aluminiumtreffer verhindern höheren VfB-Sieg

Das Ergebnis hätte sogar deutlicher ausfallen können. Führich traf in der 56. Minute den Außenpfosten, Demirovic köpfte später an die Latte. Hinzu kamen mehrere starke Paraden von Everton-Keeper Travers. Gerade nach dem Seitenwechsel gelang es Stuttgart wiederholt, Tempo aufzunehmen und in gefährliche Abschlusspositionen zu kommen.

Nicht alles funktionierte allerdings über die gesamte Partie. Nach der frühen Führung verlor der VfB zeitweise die Spielkontrolle und ließ Everton zu mehreren Möglichkeiten kommen. Besonders zwischen der Mitte und dem Ende der ersten Hälfte hatten die Gäste Chancen auf den Ausgleich. Die zweite Halbzeit fiel aus Stuttgarter Sicht jedoch wesentlich stabiler aus.

Hoeneß verteilt die Einsatzzeiten

Wie bei einem Vorbereitungsspiel üblich nutzte Sebastian Hoeneß die Partie für zahlreiche Wechsel. Zur Pause kamen Bouanani und Chema, nach gut einer Stunde folgte ein größerer Block mit mehreren Spielern aus der vermeintlichen ersten Reihe. Auch im Tor wurde später gewechselt: In der 83. Minute ersetzte Marius Funk Fabian Bredlow.

Die vielen Wechsel änderten wenig daran, dass Stuttgart offensiv weiter gefährlich blieb. Besonders Bouanani setzte nach seiner Einwechslung Akzente. Er bereitete Demirovics Lattentreffer vor und erzielte später selbst das 3:1.

43.000 Zuschauer sehen gelungenen Test

43.000 Zuschauer verfolgten die Partie. Für den VfB war das Duell mit Everton mehr als ein gewöhnlicher Test gegen einen unterklassigen Gegner: Der Premier-League-Klub stellte die Stuttgarter körperlich und defensiv immer wieder vor Aufgaben. Gerade deshalb dürfte die zweite Hälfte für Trainer Hoeneß einige positive Erkenntnisse geliefert haben.

Das Ergebnis bleibt dennoch ein Testspielergebnis und besitzt keine direkte Bedeutung für die Pflichtspiele. Entscheidend ist für den VfB, die positiven Ansätze mitzunehmen – und vor allem zu erfahren, ob Zagadous frühe Auswechslung lediglich eine Vorsichtsmaßnahme war oder eine längere Pause droht.

Die Tore beim 3:1 gegen Everton

MinuteTorschützeSpielstand
16.Nikolas Nartey1:0
65.Ramon Hendriks2:0
72.Thierno Barry, Foulelfmeter2:1
90.+1Badredine Bouanani3:1

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