Mehr Geld, mehr Leistung?
Die IW Consult hat im Auftrag des Sanierungsspezialisten Isotec die bislang unveröffentlichte Studie „Handwerkskompass 2026“ fertiggestellt. Sie basiert auf der Befragung von rund 600 Betrieben aus dem gesamten Bundesgebiet. Laut den Autoren entsteht eine „Produktivitätsspirale“: Höhere Löhne erleichtern die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte, steigern die Arbeitgeberattraktivität und führen zu höherer Produktivität.
Erfolgreiche Unternehmen setzen zudem häufiger auf Bonusmodelle, digitale Hilfsmittel und standardisierte Abläufe. So soll das Personal nicht nur besser bezahlt, sondern auch besser organisiert sein.
Wissenschaftliche Vorbehalte
Arbeitsmarktforscher Christian Dustmann vom University College London warnt vor simplen Kausalschlüssen. Aus seiner Sicht könnte es auch umgekehrt laufen: Produktivere Firmen haben die finanziellen Mittel, um mehr zu zahlen.
Der Produktivitätsforscher Steffen Müller vom Leibniz‑Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht jedoch einen Motivations‑ und Bindungseffekt. Wer über dem Branchendurchschnitt entlohnt wird, habe weniger Anreiz, den Arbeitgeber zu wechseln und identifiziere sich stärker mit dem Unternehmen.
Praxisnahes Fazit
Für viele Handwerksbetriebe ist die Botschaft klar: Wer in seine Mitarbeitenden investiert, kann mit besserer Organisation und höherer Effizienz rechnen. Ob das Geld allein das Zauberwort ist, bleibt jedoch umstritten – die Studie liefert mehr Anstoß zur Diskussion als ein fertiges Patentrezept.

