Neuer Verhandlungstermin
Um 9.30 Uhr Moskauer Ortszeit wird das Verfahren gegen den deutschen Wagenbauer und Satiriker fortgesetzt. Der Termin wurde von Tillys Kanzlei bestätigt, das Auswärtige Amt informierte den Beschuldigten bereits im Vorfeld.
Hintergrund der Verurteilung
Im April verurteilte ein Moskauer Gericht Tilly zu achtjähr- und sechs Monaten Haft sowie zu einer Geldbuße von 2.164 Euro. Grund war die angebliche Verunglimpfung russischer Staatsorgane, darunter die Armee und Präsident Wladimir Putin, durch ein Mottowagen‑Design beim Düsseldorfer Rosenmontagszug.
Revisionsverfahren und Unsicherheit
Ein Revisionsverfahren sei eingeleitet worden; nun soll ein anderes Gericht den Fall neu verhandeln. Wer die Berufung eingereicht hat und aus welchen Gründen, bleibt unklar. Tilly selbst beschreibt die Situation als „lästig“ und wartet auf weitere Informationen am Verhandlungstag.
Reaktionen und rechtliche Einschätzung
Auf die Anklage hatte Tilly bewusst verzichtet, einen Anwalt in Moskau zu beauftragen, um den Prozess nicht zu legitimieren. Rechtsbeobachter sehen darin ein Signal, dass auch ausländische Satiriker mit strengen Strafen rechnen müssen, wenn sie russische Institutionen kritisieren.


