Rückblick auf die Wahl
Am 3. Juni scheiterte die deutsche Bewerbung um ein nicht‑ständiges Mitglied im UN‑Sicherheitsrat. Die Niederlage war für die Außenpolitik ein herber Rückschlag.
Heusgens Appell
Im Gespräch mit dem „Spiegel“ betonte Heusgen, Deutschland müsse jetzt eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Das bisherige Ziel, seit 25 Jahren einen ständigen Sitz zu erstreben, sei angesichts der jüngsten Klatsche nicht mehr glaubwürdig.
Warum kein drittes EU‑Stammsitz?
Laut Heusgen sei es weder demografisch noch wirtschaftlich vertretbar, dass Europa neben Frankreich und Großbritannien ein weiteres permanentes Mitglied beisteuert. Stattdessen solle man eine Reform des Sicherheitsrats anstoßen – zum Beispiel durch längere Wahlperioden.
Strategische Alternative
Eine Initiative für einen reformierten Rat könne Partner wie Spanien oder Italien einbinden, die bislang gegen einen deutschen Dauersitz standen. Heusgen sieht darin die Chance, Deutschlands Einfluss auf andere Weise zu stärken.
Ausblick
Er schlägt vor, sofort mit einer neuen Kandidatur zu beginnen und eine gezielte Werbekampagne zu starten, um in den nächsten acht Jahren wieder im Rennen zu sein.




