Chinas Anteil an deutschen Patenten steigt stark
Zwischen 2000 und 2022 haben deutsche Erfinder über 650.000 transnationale Patente angemeldet. Fast ein Drittel davon, also 189.000 Patente, befindet sich heute im Besitz ausländischer Unternehmen. Davon entfallen 11.300 Patente auf chinesische Investoren – ein Wert, der um die Jahrtausendwende noch vernachlässigbar war.
Rückläufige Innovationskraft Deutschlands
Der weltweite Marktanteil Deutschlands an transnationalen Patentanmeldungen sank von 22 % im Jahr 2000 auf 15 % im Jahr 2022. Das Institut führt die Entwicklung vor allem auf sinkende FuE‑Ausgaben zurück. Während Deutschland 2000 noch den dritten Platz bei den FuE‑Investitionen belegte, rangierte es 2021 erst noch sechst, während China seine Ausgaben mehr als zwanzigfach erhöht hat.
Maschinenbau im Fokus
Im Maschinenbau wuchs die Zahl der Patente von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022. Ein markantes Beispiel: Der Verkauf des Augsburger Robotik‑Herstellers Kuka an den chinesischen Konzern Midea im Jahr 2016. Solche Übernahmen stärken Pekings Position im Schlüsseltechnologiesektor.
Reaktion der Experten
IW‑Experte Oliver Koppel warnt vor einem Ungleichgewicht: „Deutsche Konzerne besitzen ebenfalls Patente im Ausland, das ist normal. Doch China verfolgt gezielt strategische Übernahmen, während der heimische Markt für ausländische Investoren zunehmend abgeschottet wird.“




