Vierer‑Format auf dem Tisch
Bei einer Konferenz in der Mongolei schlug Chung Dong‑young einen Gesprächsrahmen vor, an dem neben Seoul und Pjöngjang auch Washington und Peking teilnehmen sollen. Der Minister betonte, dass das Vertrauen zwischen den koreanischen Staaten wiederhergestellt werden müsse, bevor weitere Schritte folgen.
Langfristige Perspektive
Chung sieht ferner die Möglichkeit, die Mongolei, Japan und Russland künftig in den Dialog zu integrieren. „Nur wenn Vertrauen, ein institutionelles Friedensregime und ein multilateraler Nordostasien‑Dialog zusammen voranschreiten, entsteht eine neue Friedensordnung“, erklärte er.
Greater Tumen Initiative als Hebel
Als konkretes Instrument verwies Chung auf die Greater Tumen Initiative (GTI). Projektideen reichen von einer gemeinsamen arktischen Seeroute bis zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Seoul und Peking. Nordkorea, so Chung, könne als größter Nutznießer wieder in die GTI einsteigen.
Politischer Kontext
Die Idee passt in die Friedens‑ und Entspannungspolitik der Regierung Lee Jae‑myung, die eher auf Koexistenz als auf Wiedervereinigung zielt. Ob die beiden Großmächte das Angebot aufnehmen, bleibt abzuwarten – die USA haben ihr strategisches Engagement in der Region zuletzt verstärkt, China wiederum sucht nach Einflussmöglichkeiten im Nordostasien‑Diskurs.


