Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Bereits 26 der 44 Stadt- und Landkreise gelten als betroffen. Experten warnen vor einer weiteren Ausbreitung im Sommer und rufen dazu auf, mögliche Brutstätten rund um Haus und Garten konsequent zu beseitigen. Besonders in den wärmeren Regionen des Landes haben sich die Populationen inzwischen fest etabliert.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- 26 Kreise betroffen: Die Tigermücke ist inzwischen in mehr als der Hälfte Baden-Württembergs nachgewiesen.
- Tropische Viren möglich: Das Insekt kann Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren übertragen.
- Brutstätten beseitigen: Schon kleinste Wasseransammlungen reichen für die Vermehrung aus.
- Urlauber im Fokus: Reiserückkehrende sollten nach Aufenthalten in Tropenregionen besonders auf Mückenschutz achten.
Wo sich das Insekt im Land ausbreitet
Die tropische Stechmücke profitiert von zunehmend milden Wintern und wärmeren Sommern. Dadurch kann sie sich im Südwesten immer besser etablieren.
„In Baden-Württemberg werden seit Jahren immer mehr Populationen nachgewiesen“, erklärt Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand. Besonders betroffen sind der Oberrheingraben, die Bodenseeregion, der mittlere Neckarraum und die Rhein-Neckar-Region.
Im vergangenen Jahr kamen zwei weitere Stadt- und Landkreise hinzu. Damit sind inzwischen 26 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise betroffen. An mindestens 66 Standorten haben sich die Populationen dauerhaft etabliert.
Die Gefahr durch tropische Krankheitserreger
Die Asiatische Tigermücke gilt weltweit als möglicher Überträger verschiedener Krankheitserreger. Dazu zählen unter anderem Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren.
Bislang wurden in Deutschland keine lokalen Übertragungen dieser Krankheiten registriert. Das Risiko wird derzeit als gering eingeschätzt. Dennoch mahnen Experten zur Wachsamkeit.
Hildenbrand verweist auf Chikungunya-Fälle im Jahr 2025 im Raum Straßburg. Diese zeigten, dass lokale Infektionen in Regionen mit hohen Tigermückenvorkommen während heißer Sommermonate nicht vollständig ausgeschlossen werden können.
So schützen Sie sich vor Stichen
Vor allem in den Sommermonaten und während Urlaubsreisen spielt der persönliche Mückenschutz eine wichtige Rolle.
Nach Angaben der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg bieten Repellentien mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin einen wirksamen Schutz vor Stichen. Zusätzlich empfiehlt sich lange Kleidung, um möglichst wenig Haut ungeschützt zu lassen.
Wichtige Hinweise für Reiserückkehrer
Mit Beginn der Reisezeit steigt auch die Zahl der Menschen, die aus tropischen und subtropischen Regionen zurückkehren.
Dr. Robin Maitra von der Landesärztekammer Baden-Württemberg empfiehlt deshalb: „Reiserückkehrende aus den Tropen sollten in den ersten 14 Tagen auch in Baden-Württemberg auf Mückenschutz achten.“
Wer nach einer Reise Fieber oder grippeähnliche Beschwerden entwickelt, sollte einen Arzt aufsuchen und auf den Auslandsaufenthalt hinweisen.
Potenzielle Brutstätten jetzt beseitigen
Für die Vermehrung benötigt die Tigermücke keine großen Gewässer. Bereits kleinste Wasseransammlungen reichen aus.
Besonders kritisch sind:
- Blumentopf-Untersetzer
- Gießkannen
- Regentonnen
- Eimer
- Vogeltränken
- Tiernäpfe
Wasserbehälter sollten regelmäßig geleert, gereinigt oder verschlossen werden. Wo dies nicht möglich ist, können Bti-Tabletten eingesetzt werden, die gezielt Mückenlarven bekämpfen.
So erkennen Sie die Asiatische Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke ist deutlich kleiner als viele heimische Stechmücken und erreicht eine Größe von etwa drei bis acht Millimetern.
Typische Merkmale:
- Schwarzer Körper
- Weiße Streifen an Beinen und Körper
- Auffälliger weißer Längsstreifen auf Rücken und Kopf
- Aktiv auch tagsüber
- Sehr kleine Körpergröße
Wer ein verdächtiges Exemplar entdeckt, kann dies dokumentieren und melden. Informationen zur Meldung von Tigermücken sowie weitere Hinweise zur Identifikation gibt es hier: <p><a href=“https://www.kabsev.de/stichts/tigermuecke-melden/“ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“><strong>→ Tigermücke melden und bestimmen</strong></a></p>
Eine möglichst frühzeitige Meldung hilft dabei, die weitere Ausbreitung der invasiven Art in Baden-Württemberg besser zu überwachen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Warum die Mithilfe der Bevölkerung wichtig ist
Experten sind sich einig: Die Bekämpfung der Tigermücke gelingt nur, wenn möglichst viele Menschen mithelfen. Da sich die Tiere vor allem in privaten Gärten, Höfen und auf Balkonen vermehren, können schon einfache Maßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten.
Je konsequenter mögliche Brutstätten beseitigt werden, desto schwieriger wird es für die invasive Art, sich in Baden-Württemberg weiter auszubreiten. Damit bleibt die Zahl der Tigermücken möglichst gering – und auch das Risiko möglicher Krankheitsübertragungen.



