Inflation treibt EZB-Präsident zu Zinserhöhung

Bundesbank fordert Zinswende: Nagel sieht höhere Wahrscheinlichkeit für Erhöhungen

Symbolbild: Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main. (Archivbild)

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel macht sich für Zinserhöhungen stark. Angesichts der hartnäckig hohen Energiepreise und gestiegener Inflationserwartungen sieht er keine Alternative. Selbst ein baldiges Kriegsende garantiert keine schnelle Beruhigung der Preisentwicklung, betont Nagel. Die EZB müsse glaubwürdig für Preisstabilität sorgen.

Nagel pocht auf Zinserhöhung

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel dringt auf eine Zinserhöhung in der Euro-Zone. „Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden“, begründete er seine Haltung im Handelsblatt. Die Wahrscheinlichkeit für Zinsschritte steige, wenn sich das Inflationsbild nicht grundlegend ändere.

Krieg und Lieferketten treiben Teuerung

Gestiegene Inflationserwartungen sieht Nagel als ernstes Warnsignal. Auch bei einem schnellen Ende des Ukraine-Kriegs könnte die Teuerungsrate länger als bisher angenommen erhöht bleiben. Zerstörte Raffineriekapazitäten, geringere Lagerbestände sowie gestörte Lieferketten und die anhaltende geopolitische Unsicherheit würden die Preise zusätzlich befeuern.

Preisstabilität als EZB-Auftrag

Der Bundesbank-Chef verteidigte seine Forderung gegen Bedenken wegen der schwachen Konjunktur. „Niemand erhöht gern Zinsen, wenn das Wachstum stark belastet ist“, räumte Nagel ein. Der Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) sei jedoch Preisstabilität. Langfristig sei es für alle vorteilhafter, wenn die Notenbank ihr Inflationsziel von mittelfristig knapp zwei Prozent ernst nehme und durchsetze.

Richtung Negativszenario

Die aktuelle Entwicklung in der Euro-Zone bewege sich in Richtung des Negativszenarios der EZB vom März. „Schon im Basisszenario waren zwei Zinserhöhungen zugrunde gelegt, denn das hatten die Märkte im März eingepreist“, sagte Nagel.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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