Steinmeier würdigt "unermüdlichen Einsatz"

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg mit 101 Jahren gestorben

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg mit 101 Jahren gestorben

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist im Alter von 101 Jahren verstorben. Seine Heimatstadt Leer bestätigte seinen Tod am Dienstag. Weinberg, der drei NS-Konzentrationslager überlebte, war als unermüdlicher Zeitzeuge aktiv und zuletzt im Januar 2025 wegen der politischen Entwicklungen in Deutschland mit der Rückgabe seines Bundesverdienstkreuzes aufgefallen.

Appell gegen das Vergessen

Albrecht Weinberg hat die Schrecken des NS-Regimes am eigenen Leib erfahren. Er überlebte drei Konzentrationslager, darunter Auschwitz, durchlebte Todesmärsche und gelangte schließlich entkräftet nach Bergen-Belsen. Nach seiner Rückkehr aus New York nach Ostfriesland widmete er sich fast 14 Jahre lang dem Gedenken und der Aufklärung. Seine bewegenden Berichte in Schulen wandten sich gegen das Vergessen und stärkten das Bewusstsein für die Gefahren von Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit.

Bundespräsident Steinmeier kondoliert

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Tod Weinbergs tief betroffen kommentiert. Er würdigte dessen „unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Demokratie“ und die „Versöhnung“, die er Deutschland geschenkt habe. Steinmeier erinnerte an einen gemeinsamen Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, der ihn tief bewegt habe. Die Lebensgeschichte Weinbergs sei eine eindringliche Mahnung für heutige und zukünftige Generationen.

Symbol für Demokratie

Besonders die Entscheidung Weinbergs, sein Bundesverdienstkreuz zurückzugeben, beleuchtete Steinmeier. Diese schmerzhafte Geste sei eine Aufforderung gewesen, sich „mit aller Kraft für unsere Demokratie einzusetzen“. Weinberg hinterlässt eine Verpflichtung, die jüdische Gemeinschaft zu schützen und die Demokratie zu verteidigen. Dies sei gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus und unter Druck stehender demokratischer Strukturen von immenser Bedeutung.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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