Merz: Wachstum trotz Klimakrise
Der Aufstieg der Lufthansa markiert 100 Jahre Luftverkehr – und Bundeskanzler Friedrich Merz sieht dafür auch in Zukunft Potenzial. „Seit 100 Jahren eine Wachstumsbranche“, betonte Merz am Mittwoch beim Festakt zum Jubiläum der Fluggesellschaft. Er rechnet damit, dass sich der weltweite Luftverkehr bis 2050 erneut verdoppeln wird. „Darauf müssen wir uns einstellen und dafür müssen wir Bedingungen schaffen, um an diesem Wachstum teilzunehmen“, sagte Merz.
Klimaschutz als Bedingung
An diesen Bedingungen hält der Kanzler fest: „nachhaltige, klimaschonende Technologien“ sowie Reformen und niedrigere Kosten seien unerlässlich. Der Sektor steht vor der gewaltigen Aufgabe, seine Emissionen zu reduzieren. Experten vom Weltklimarat (IPCC) fordern dafür den Umstieg auf Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe oder gar Wasserstoff- und Elektroantriebe. Derzeit sind diese Alternativen jedoch deutlich teurer als herkömmliches Kerosin, was die Nachfrage dämpfen könnte.
Neue Luftverkehrsstrategie
Die Bundesregierung will zeitnah auf diese Entwicklungen reagieren. Merz kündigte an, dass noch vor Beginn der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung im Sommer die neue Luftverkehrsstrategie vorgelegt werde. Ein wichtiger Punkt: „vorhandene Synergien“ zwischen „ziviler und militärischer Luftfahrt“ sollen besser genutzt werden.
Aufarbeitung der NS-Vergangenheit
Merz nutzte die Gelegenheit auch, um die Entscheidung der Lufthansa, ihre Rolle während des Nationalsozialismus aufarbeiten zu lassen, ausdrücklich zu begrüßen. „Ja, die Lufthansa hatte lange eine sehr enge Verbindung zum Staat und ja, im Nationalsozialismus war Lufthansa Teil dieses Regimes“, räumte der CDU-Politiker ein. Er hob hervor, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte, einschließlich der Beschäftigung „Tausender von Zwangsarbeitern unter menschenunwürdigen Bedingungen“, ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte sei. „Ich will es daher ausdrücklich begrüßen, dass Lufthansa anlässlich dieses Jubiläums diesen Teil seiner Geschichte jetzt aufarbeitet.“




